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Mitteldeutschland Nur noch wenig Existenzgründungen in Sachsen – allein Leipzig ragt heraus
Region Mitteldeutschland Nur noch wenig Existenzgründungen in Sachsen – allein Leipzig ragt heraus
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06:29 07.10.2019
Weniger Start-ups in Sachsen – außer in Leipzig, der Hochburg für Firmengründungen im Freistaat. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Leipzig

So wenige Gründer hatte Sachsen noch nie: Im vergangenen Jahr förderten die Arbeitsagenturen 1419 Frauen und Männer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Das sind 95 Prozent weniger als in der Hochphase im Jahr 2004. Damals gab es bemerkenswerte 26.310 von den Arbeitsagenturen und den Jobcentern unterstützte Existenzgründer. Allerdings überleben heute weit mehr Gründer als noch vor 15 Jahren: 97 Prozent aller Gründer führten im vergangenen Jahr ihr Geschäft nach Auslaufen der Förderung fort. Das geht aus Zahlen der Landesarbeitsagentur in Sachsen hervor, die der LVZ exklusiv vorliegen.

Start-Up-Hochburg im Freistaat ist Leipzig

Existenzgründungen sind enorm wichtig“, sagt Landearbeitsagentursprecher Frank Vollgold. Jedes neue gut laufende Unternehmen schaffe perspektivisch Arbeitsplätze. Start-up-Hochburg im Freistaat ist Leipzig mit 279 geförderten Gründungen im Vorjahr, gefolgt von Dresden (181), Bautzen (117) und Annaberg-Buchholz (98).

>> Lesen Sie auch: Kein Grund zum Gründen: Deutschland gehen die Unternehmer aus

Grundsätzlich würden die Gewerbeanmeldungen in Sachsen zurückgehen, heißt es bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig. Gab es 2004 noch 49 171 Anmeldungen (bei 32 630 Abmeldungen), so waren es im vergangenen Jahr noch 26 741 (bei 26 663 Abmeldungen). Auch in der Wirtschaftsregion Leipzig verzeichne man diesen Trend, sagt Leipzigs IHK-Geschäftsführer Thomas Hofmann.

Leipzigs strukturelle Stärke liegt im Bevölkerungswachstum

Dass die Zahl der Gewerbeanmeldungen in der Leipziger Region (2018: 5356) aber immer noch die Zahl der Abmeldungen (4729) übersteigt, „ist vor allem der Aufbruchsstimmung in der Messestadt zu verdanken. Hier hat sich ein gutes Gründungsklima und eine vitale Gründerkultur etabliert“, so Hofmann. Leipzigs strukturelle Stärke liege im Bevölkerungswachstum, in der hohen Dichte der hier ansässigen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, in Gründernetzwerken und umfassenden Unterstützungsangeboten für Start-ups.

Gute Arbeitsmarktsituation bremst Gründungswillen aus

Für die rückläufige Zahl an Gründungen gibt es mehrere Gründe. Hauptsächlich sei die gute Arbeitsmarktsituation zu nennen, meint Agentursprecher Vollgold. Die Arbeitslosigkeit sei auf einem Rekordtief, die Firmen suchten händeringend Fachkräfte. Heute sei es demzufolge wesentlich leichter, eine gut bezahlte Stelle zu finden. „Das bremst die Lust, ein eigenes Unternehmen zu gründen und Risiken auf sich zu nehmen, die man als selbstständiger Unternehmer hat.“

 Das sieht man auch bei der IHK Leipzig so. Geschäftsführer Hofmann spricht von oftmals erfolgten Notgründungen mangels Erwerbsalternativen. Diese seien signifikant zurückgegangen. Auch die demografische Entwicklung spiele eine Rolle. „Gibt es weniger Menschen, gerade im ländlichen Raum, sinkt auch das Potenzial für unternehmerische Aktivität“, erklärt er.

Ausufernde Bürokratie und fehlendes Risikokapital

Laut einer deutschlandweiten Umfrage der IHK-Organisation nennen 57 Prozent der befragten Gründer auch die ausufernde Bürokratie als Hemmschuh. Ein weiteres Problem ist fehlendes Risikokapital. Nach einer Untersuchung der Wirtschaftshochschule HHL Leipzig Graduate School of Management steht Gründern hierzulande deutlich weniger Risikokapital zur Verfügung als in vielen anderen Ländern.

Von Andreas Dunte

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