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Mitteldeutschland "Nicht in Vergessenheit geraten“: Jan Schenck dokumentiert Orte der Bücherverbrennung
Region Mitteldeutschland "Nicht in Vergessenheit geraten“: Jan Schenck dokumentiert Orte der Bücherverbrennung
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14:19 24.02.2019
Fotograf Jan Schenck steht mit seiner Großformatkamera an der Löbauer Straße an einem Platz, an dem in der NS-Zeit Bücherverbrennungen stattgefunden hatten. Für sein Projekt "Verbrannte Orte" bereist der Fotograf derzeit Orte in Sachsen und Sachsen-Anhalt.  Quelle: dpa
Bautzen

Auf Spurensuche mit der Kamera: Für seinen Onlineatlas zu Bücherverbrennungen in der NS-Zeit bereist Fotograf Jan Schenck derzeit Orte in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Neben Bautzen stehen für das Projekt „Verbrannte Orte“ auch Zwickau und Leipzig sowie Halle und Querfurt auf seiner Liste. Bis zum 26. Februar ist Schenck unterwegs. „Ich will, dass die Orte nicht in Vergessenheit geraten“, sagte der 37-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn wir uns nicht erinnern, können solche Sachen wieder passieren.“ Gut 100 Orte, an denen im Jahr 1933 Bücher verbrannt wurden, sind auf der interaktiven Karte markiert - knapp 30 davon hat Schenck selbst besucht und mit seiner Kamera fotografisch festgehalten.

Bisher war der Fotograf aus Niedersachsen vor allem in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Auch Dresden hat er bereits besucht, wo am 7. März 1933 vor der Volksbuchhandlung an der Großen Meißner Straße Bücher verbrannt wurden. 2013 begann er, erstmals die Orte der Bücherverbrennungen zusammenzutragen. „Zumindest die, die uns bekannt sind“, so Schenck. Nach einer längeren Pause nahm er das Projekt Ende 2017 wieder auf. Das habe vor allem mit den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun, sagt er. „Das Wiedererstarken der Rechtspopulisten hat mich motiviert weiterzumachen.“

Der Online-Atlas wächst beständig, immer wieder kommen neue Orte hinzu. Von Bautzen etwa habe Schenck erst vor wenigen Monaten erfahren, so der Fotograf. Zum Auftakt seiner aktuellen Reise war Schenck am Samstag in der Löbauer Straße in Bautzen unterwegs - dort, wo nach einem Aufmarsch durch die Stadt am 9. August 1933 Bücher in einem Steinbruch verbrannt wurden. Den gibt es zwar längst nicht mehr. Spuren sucht Schenck dennoch: Zunächst macht er mit einer analogen Kamera eine Großformat-Aufnahme - für Ausstellungen oder Postkarten. „Die bieten nochmal einen anderen Zugang zu der Thematik“, so der Fotograf. Zudem entsteht von allen Orten ein digitales 360-Grad-Panoroma, zusammengesetzt aus 160 Einzelbildern. Im Online-Atlas können Betrachter den Ort damit interaktiv erkunden.

Zu jedem Ort sind zudem Infos hinterlegt, dafür wertet Schenck historischen Material, Originaldokumente aus Archiven und Zeitungsberichte aus. Wo es sie noch gibt, trifft sich der Fotograf mit Zeitzeugen oder Geschichtsexperten. Sein Wissen gibt er auf seinen Rundreisen auch gern weiter, so etwa am Dienstag im Querfurter Gymnasium, wenn er mit Schülern über die Bücherverbrennungen spricht. Im März ist er mit seinem Projekt auf der Leipziger Buchmesse.

Derzeit hat Schenck noch zehn Orte auf seiner Liste, zu denen er recherchiert. „Ich gehe davon aus, dass mehr Orte hinzukommen, je länger ich mich damit beschäftige.“ Auf die Idee für die „Verbrannten Orte“ kam der Bücherfan, als er Erich Kästner las, der in Berlin der Verbrennung seiner eigenen Werke zusehen musste. „Irgendwann war mir klar, dass ich etwas dazu machen möchte“, sagte Schenck. Sein Ziel: Neben der zentralen Bücherverbrennung in Berlin auch den kleineren Orten ein Denkmal zu setzen. So wurden etwa in Zwickau am 8. März im Zuge der Stürmung einer Buchhandlung und in Leipzig Anfang Mai auf dem Meßplatz und vor dem Volkshaus Bücher verbrannt.

Am 10. Mai 1933 waren in Berlin und 21 weiteren deutschen Universitätsstädten Bücher verbrannt worden. Mitglieder des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes hatten Werke jüdischer, linker, liberaler und pazifistischer Autoren ins Feuer geworfen. Die Schriftsteller waren ausgegrenzt, verfolgt und vertrieben worden. Auch nach dem 10. Mai ging in anderen Städten „undeutsches Schrifttum“ in Flammen auf.

von Christiane Raatz (dpa)

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