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News Rekordverdächtige Fehlzeiten: Sachsens Arbeitnehmer immer länger krank
Region Mitteldeutschland News Rekordverdächtige Fehlzeiten: Sachsens Arbeitnehmer immer länger krank
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12:05 24.01.2020
Schnupfen oder Grippe? Erkältungskrankheiten sorgen für viele Krankschreibungen. Quelle: Christina Sabrowsky/dpa
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Leipzig

Oftmals sind Atemwegserkrankungen, Erkältungen und die Grippe Schuld – Arbeitnehmer in Sachsen sind immer länger krank geschrieben. Das hat eine Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) für ihre Versicherten ergeben. Demnach stieg die durchschnittliche Fehlzeit pro Krankheitsfall 2019 auf ein Rekordniveau: 15,3 Tage fielen Beschäftigte im Freistaat durchschnittlich im Job aus – das sind 0,6 Tage mehr als im Vorjahr.

Im Vergleich zu 2015 erhöhten sich die Krankheitstage gar um 1,4 Tage. Frauen sind dabei im Schnitt deutlich häufiger krank: Sie fehlten im vergangenen Jahr 6,3 Prozent ihrer Arbeitszeit, Männer dagegen nur 4,9 Prozent.

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Körperliche Jobs machen häufiger krank

Im Ländervergleich war der Krankenstand 2019 mit 6,4 Prozent in Sachsen-Anhalt am höchsten. Auf dem zweiten Platz liegen Thüringen und Brandenburg mit durchschnittlich jeweils 6,1 Fehltagen gleichauf. Sachsen liegt mit 5,7 Prozent im Mittelfeld, übersteigt aber den Bundesdurchschnitt von fünf Prozent.

In Sachen durchschnittliche Krankheitsdauer ist das Saarland mit 17,4 Tagen negativer Spitzenreiter, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg (je 15,9 Tage). Sachsen steht nach Berlin (15,8) und Thüringen (15,4) an sechster Stelle. „Ein möglicher Grund für diese Unterschiede ist die Jobstruktur in den jeweiligen Regionen“, sagt Matthias Eberitzsch von der KKH in Leipzig. So würden Menschen mit körperlich anstrengenden Jobs statistisch gesehen häufiger krank. Auch die Arbeitslosenquote – sowie die Angst vor einem möglichen Jobverlust – spiele bei der Erfassung der Krankheitstage eine Rolle. Susanne Wallentin von der KKH erklärt sich den relativ hohen Krankenstand in ostdeutschen Bundesländern damit, dass dort prekäre Beschäftigungen – also schlechter bezahlte Jobs mit wenig Arbeitnehmerschutz und beruflichen Perspektiven – verbreiteter seien.

Langer Krankenstand bei psychischen Erkrankungen

Neben den bereits genannten Erkältungs- und Atemwegskrankheiten ließen sich laut der KKH 2019 besonders viele Mitarbeiter mit Magen-Darm-Erkrankungen und Leiden des Muskel-Skelett-Systems krank schreiben. Am längsten fielen Beschäftigte mit psychischen Erkrankungen (40 Tage) und der Diagnose Krebs (69 Tage) aus.

Von hgw

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