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Mitteldeutschland Neuer Landesrabbiner sieht Aufwind für jüdische Gemeinschaft
Region Mitteldeutschland Neuer Landesrabbiner sieht Aufwind für jüdische Gemeinschaft
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11:13 31.01.2019
Der neue Landesrabbiner Zsolt Balla. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild
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Dresden

In den jüdischen Gemeinden Sachsens wachsen angesichts fremdenfeindlicher Töne in der Gesellschaft die Befürchtungen. „Es ist sehr viel normaler geworden, Fremdenhass und Antisemitismus zu zeigen und zu äußern“, sagte die Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, Nora Goldenbogen, am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Landesrabbiners Zsolt Balla in Dresden. „Alle Arten von Xenophobie und Hass, egal ob von rechts oder links, schädigen die Gesellschaft“, mahnte der 39-Jährige. „Das Stimmungsbild hat sich verändert.“

Für Goldenbogen sind die Ängste vieler Mitglieder real. „Das Stimmungsbild hat sich verändert“, sagte sie. Es sei eine gefährliche Atmosphäre, Rückzug dennoch keine Option. „Angst ist ein schlechter Berater, das Problem muss artikuliert werden“. Dabei sieht Goldenbogen auch die jüdischen Gemeinden gefordert. „Wir haben keine andere Chance.“

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Balla, seit 2008 Rabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, sieht sich als Teil der jüdischen Gemeinschaft. Er will diese stärken und präsenter machen, regional, in Deutschland und Europa. Die Politik sieht der studierte Wirtschaftsingenieur nicht als sein Feld. „Ein Rabbiner soll sich mit der Religion beschäftigen.“

Der gebürtige Ungar, der 2002 nach Leipzig kam, nennt stabile Mitgliederzahlen, mehr Präsenz, die Jugendarbeit und auch die Ängste als Herausforderung. Dabei setzt er auch auf junge Juden, die in Sachsen geboren und aufgewachsen sind. „Ich will ihr inneres Feuer für die Gemeinschaft wieder anfachen.“

Die drei Jüdischen Gemeinden haben laut Goldenbogen aktuell rund 2600 Mitglieder, die Hälfte davon in Leipzig. „Wir kämpfen darum, dass wir stabil bleiben.“ Für die seit September 2018 von Vorbetern und Gästen betreute Dresdner und Chemnitzer Gemeinden sollen nun so schnell wie möglich Rabbiner aus den eigenen Reihen bestimmt werden.

dpa