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Mitteldeutschland Für den Wiederaufbau: Sachsen spenden für Notre Dame
Region Mitteldeutschland Für den Wiederaufbau: Sachsen spenden für Notre Dame
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20:00 17.04.2019
Blick auf die schwer beschädigte Notre Dame in Paris. Quelle: Marcel Kusch/dpa
Leipzig/Paris

Nach dem verheerenden Feuer in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre Dame hat die evangelische Landesbischöfin Mitteldeutschlands Ilse Junkermann den Betroffenen Mut zugesprochen. „Mit Schrecken und Trauer habe ich das Drama um Notre Dame verfolgt. Kurz vor Ostern kann dieser Brand für uns auch mit der Botschaft verbunden sein, dass jede noch so schreckliche Situation nie das Ende ist, sondern immer auch einen Anfang birgt“, sagte Junkermann gegenüber der LVZ.

Junkermann erinnerte daran, dass am Karfreitag 1207 bei einem Großbrand in Magdeburg unter anderem auch der damalige Dom komplett zerstört wurde. Erzbischof Albrecht der I. ließ die Überreste abreißen und an selber Stelle einen neuen Dom errichten – der auch mehr als 800 Jahre später noch Bestand hat. In eben jenem Wahrzeichen der Elbestadt soll an diesem Karfreitag nun auch für den Wiederaufbau in Paris gesammelt werden. „Ostern ist auch immer eine gute Möglichkeit, Solidarität zu zeigen. Das werden wir auch tun und unsere Kollekten aus den Karfreitagsgottesdiensten für den Wiederaufbau von Notre Dame spenden“, sagte Junkermann.

Eine Milliarde Euro an Spenden gesammelt

Damit reihen sich die Magdeburger in eine weltweite Welle der Solidarität ein, die immer neue Höhepunkte erreicht. „Heute Morgen waren es fast 900 Millionen Euro“, sagte Stéphan Bern am Mittwoch. Der Moderator des französischen Fernsehsenders „Franze2“ berichtete in der Nacht des Feuers unter Tränen live vom Unglücksort auf der Seine-Insel, wurde dadurch weltberühmt und dürfte in den kommenden Tagen wohl weitere Rekorde vermelden. Ein Großteil des Geldes ist bisher durch Zusagen mehrerer Industrieller aus Frankreich zusammengekommen, allerdings beteiligten sich auch zahlreiche Privatpersonen an den Sammlungen. Auf einer Webseite der gemeinnütziges „Fondation du patrimoine“ summierte sich die Unterstützung am Mittwoch auf zwölf Millionen Euro aus aller Welt.

In Mitteldeutschland hatten schon kurz nach Löschung des Brandes die Vereinigten Domstifter aus Naumburg und Merseburg ein Spendenkonto für Notre Dame eingerichtet. Wie Sprecherin Charlotte Tenner am Mittwoch erklärte, seien inzwischen zahlreiche Beträge eingegangen. „Einige Vereine haben angekündigt, über die Osterfeiertage noch gesondert zu sammeln. Danach werden wir erste Zahlen nennen“, so Tenner weiter. Zudem bekräftigen die Domstifter, dass der Leiter der Naumburger Glaswerkstatt bereit stehe, um in Paris zu helfen. „Unser Projektleiter Ivo Rauch hat ein sechsköpfiges internationales Team aufgebaut, das bereits viele Erfahrungen bei der Restaurierung der Dome in Naumburg und Merseburg gesammelt hat“, so Tenner weiter.

Sebastian Feydt, Pfarrer der Dresdner Frauenkirche, lobte unterdessen die große Spendenbereitschaft für den Wiederaufbau. Denkmäler wie Notre-Dame und andere Kirchen würden auch als Orte gebraucht, „um über die Unmenschlichkeit an anderer Stelle trauern zu können“, sagte er gegenüber dem RBB. Es sei „für das Zusammenleben von Menschen ausgesprochen wichtig, dass wir solche Orte haben“, betonte Feydt. Das zeige auch das große Interesse an der Dresdner Frauenkirche, die 2005 nach elfjährigem Wiederaufbau neu eingeweiht wurde. Die durch Spenden finanzierte Rekonstruktion in der sächsischen Landeshauptstadt kostete damals insgesamt 182 Millionen Euro.

Akustisch-symbolische Unterstützung für das Pariser Kulturdenkmal wird es am Wochenende aus Erfurt geben. Laut Reinhard Hauke, Weihbischof des Erfurter Doms, soll „Gloriosa“ – die berühmte Erfurter Domglocke – am Ostersonntag solidarisch geläutet werden. Hauke hofft, dass der Klang bis zur Notre Dame zu hören ist. „Das ist physikalisch natürlich unmöglich, aber wir wollen mit unserer großen Domglocke ein Zeichen der Verbundenheit und der Zuversicht an die Pariser senden, die um ein Haar ihre Kathedrale Notre-Dame verloren hätten.“

Von Olaf Majer und Matthias Puppe

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