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Mitteldeutschland Patzelt erwägt juristische Schritte wegen „Falschaussagen“
Region Mitteldeutschland Patzelt erwägt juristische Schritte wegen „Falschaussagen“
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13:58 21.01.2019
Politikwissenschaftler Werner Patzelt erwägt juristische Schritte wegen „Falschaussagen“ gegen die TU Dresden. Quelle: dpa
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Dresden

Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt will Vorwürfe gegen seine Person nicht tatenlos hinnehmen. „Nötigenfalls werde ich gegen fortgesetzte Falschaussagen dieser Art rechtlich vorgehen“, erklärte der 65-Jährige am Montag auf Anfrage. Patzelt strebte nach dem regulären Ende seiner Professur im März eine Seniorprofessur an der Technischen Universität Dresden an. Seine Fakultät schlug ihn dafür nicht vor. Patzelt wurde vorgeworfen, Politik und Wissenschaft vermischtund dem Ruf der Uni dadurch geschadet zu haben. „Ich wüsste nicht, dass ich je Wissenschaft und Politik „vermischt“ hätte“, sagte der Professor.

„Tatsache aber ist, dass ich bis zu meiner Berufung als Ko-Vorsitzender der Programmkommission der sächsischen CDU überhaupt keine politische Tätigkeit ausübte, dass da also auch gar nichts zu trennen war“, betonte Patzelt, der seit mehr als zwei Jahrzehnten CDU-Mitglied ist. Tatsache sei allein, dass sich „ein Politikwissenschaftler in Forschung, Vorträgen und Gutachten nun einmal mit Politik beschäftigt, und dass die öffentlichen Aussagen eines medial ziemlich präsenten Politikwissenschaftlers dann eben auch im politischen Diskurs einen gewissen Einfluss haben“.

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Dekan weist Vorwürfe zurück

Patzelt stößt sich vor allem an Formulierungen des Dekans der Philosophischen Fakultät, Lutz Hagen. Er hatte in einem Interview mit dem Sender MDR aktuell auch gesagt, es sei sehr problematisch, dass Patzelt in den Medien mehrfach den Rektor und auch Sachsens Wissenschaftsministerin in einer Weise angegriffen habe, die falsch sei. „Er unterstellt, dass der Rektor ein Institut verhindert hätte, beziehungsweise die Ansiedlung des Instituts an der TU Dresden, das Herr Patzelt konzipiert zu haben glaubt und das dies aus politischen Gründen geschehen sei. Das ist einfach falsch.“

Patzelt war zuletzt Nähe zur AfD vorgeworfen worden, weil er für sie Vorträge hielt und Gutachten schrieb. Der Wissenschaftler hatte darauf verwiesen, dass er der AfD vielmehr die Leviten gelesen habe.

„Klarer Schnitt“

Nun blickt er nach vorn. Er habe der Fakultät und der Universität mehr als ein Vierteljahrhundert gern gedient, sagte Patzelt. „Es waren sehr gute Jahre meines Berufslebens. Die – nicht von mir herbeigeführten – unschönen Umstände der Beendigung des Dienstes für meine Universität berühren mich nicht sonderlich, sondern sorgen für einen nunmehr wünschenswert klaren Schnitt hin zum Beginn einer neuen, gewiss nicht minder ertragreichen und öffentlichkeitswirksamen Lebensphase.“

Von LVZ