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Mitteldeutschland Nach DNN-Umfrage reagieren Parteien mit Kampfansagen
Region Mitteldeutschland Nach DNN-Umfrage reagieren Parteien mit Kampfansagen
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08:34 29.03.2019
Foto: Boris Roessler/dpa
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Leipzig

„Als sächsische Union sind wir mit den aktuellen Umfragewerten nicht zufrieden. Doch die hohe Zustimmung für Michael Kretschmer ist ein gutes Signal und gibt uns Rückenwind. Wir werden weiter intensiv mit den Bürgern über unsere Zukunftsideen diskutieren“, sagt Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks. Die Union regiert in Sachsen seit fast drei Jahrzehnten – und muss sich laut des Frühjahrs-Stimmungstests auf neue Bündniskonstellationen einstellen, da die große Koalition nicht mit einer Mehrheit rechnen kann. „Die Sachsen-SPD ist trotz Gegenwinds aus Berlin stabil. Wir wollen aber mehr“, macht SPD-Generalsekretär Henning Homann klar. Er sei „zuversichtlich, dass es uns gelingen kann, bei der Landtagswahl zum dritten Mal zuzulegen“.

Fünf Monate vor Landtagswahl einiges in Bewegung

Die neue DNN-Umfrage hatte ergeben, dass fünf Monate vor der Landtagswahl politisch einiges in Bewegung ist. Die CDU kommt demnach auf 27 Prozent. Obwohl die Union den Abwärtstrend nicht stoppen kann, vergrößert sie den Abstand zur AfD, die bei 18 Prozent liegt. Kurz dahinter folgen die Linke mit 17 Prozent und die Grünen, die 16 Prozent erreichen und ihren Höhenflug fortsetzen. Die SPD kommt auf 11 Prozent, die FDP auf 5 Prozent und die Freien Wähler auf 2 Prozent. Die Blaue Partei Frauke Petrys rangiert noch darunter. Für das Meinungsbarometer waren 703 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte befragt worden. Erhoben wurden die Daten durch die Leipziger IM Field GmbH in Kooperation mit der Forschungsberatung Dr. Andreas Czaplicki.

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Urban: „Umfrage ist völlig realitätsfern“

Während der AfD-Landeschef Jörg Urban die Umfrage als „völlig realitätsfern“ bezeichnet, da „deren Ergebnis von Werten anderer, wissenschaftlich arbeitender Meinungsforscher drastisch abweicht“ und einen Kommentar ablehnt, sieht die Linken-Landesvorsitzende Antje Feiks erstmals die reale Chance auf einen Politikwechsel: „Natürlich freuen wir uns auf der einen Seite, dass die Linke stabil steht. Wir sind seit jeher eine Partei, die vor allem im Wahlkampf punkten kann. Insofern nehmen wir den Kampf auf.“ Andererseits sehe man auch, dass das Mitte-Links-Lager wächst – „das eröffnet die Möglichkeit, Politik in Sachsen anders zu gestalten“. Das will auch die designierte Grünen-Spitzenkandidatin Katja Meier: „Wir wollen Verantwortung übernehmen, aber nicht um jeden Preis.“

Freie Wähler wollen sich zunächst auf Kommunalwahlen konzentrieren

Die Freien Wähler (FW) wollen sich zunächst auf ihre traditionelle Stärke – die Kommunalwahlen – konzentrieren und danach landesweit angreifen, kündigt der FW-Chef Steffen Große an: „Aktuell parken noch viele sozial und konservative denkende Menschen ihre Stimmen bei der AfD oder den Grünen, weil sie die CDU nicht wählen wollen. Denen machen wir ein klares Angebot: bodenständig, unbestechlich und verantwortungsbewusst.“ Auch FDP-Landeschef Holger Zastrow kündigt eine Offensive an: „Inzwischen liegen wir in allen Umfragen bei fünf und mehr Prozent – damit ist ein Wiedereinzug in den Landtag nach fünf schweren außerparlamentarischen Jahren greifbar nah. Doch wir müssen uns weiter anstrengen.“

Für die Blaue Partei kündigt Generalsekretär Uwe Wurlitzer ein „knackiges“ Wahlprogramm an: „Die Sachsen müssen dann entscheiden, ob sie mit einer grün-rot-schwarzen ökosozialistischen Koalition aufwachen wollen oder für den Freistaat und seine Zukunft eine bürgerliche Mehrheit die bessere Variante ist.“

Von Andreas Debski