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Mitteldeutschland Nach Frostschäden: Winzer und Obstbauern in Sachsen bangen um die Ernte
Region Mitteldeutschland Nach Frostschäden: Winzer und Obstbauern in Sachsen bangen um die Ernte
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09:37 24.05.2020
Zahlreiche kleine kontrollierte Feuer brennen in einem Weinberg. Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Dresden

Nach mehreren Frostnächten im Mai bangen Winzer und Obstbauern in Sachsen um ihre Ernte. Die Lage in Sachsen sei je nach Region sehr unterschiedlich, sagte der Geschäftsführer des Obstbauernverbands, Udo Jentzsch. Manche Obstbauern seien „ganz hart“ getroffen, andere wiederum glimpflich davongekommen.

Vor allem in Tallagen und Senken, wo der Frost schlecht abfließen könne, hätten die kalten Nächten zu den Eisheiligen mit Temperaturen bis zu vier Grad minus Schäden angerichtet - unter anderem im Elbtal und in der südlichen Lausitz.

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„Wir werden auf jeden Fall keine gute Obsternte haben, das ist abzusehen“, so Jentzsch. Bereits im April waren die Temperaturen nachts erheblich gesunken. Vor allem empfindliches Kernobst wie Aprikosen, Kirschen und Pflaumen ist demnach von den Spätfrösten betroffen.

Auch bei nicht abgedeckten Erdbeerfeldern müssen Obstbauern zum Teil mit Ernteeinbußen rechnen - unter anderem südlich von Bautzen. Dennoch starte die Erdbeerernte wie geplant nächsten Donnerstag in Sachsen, so Jentzsch.

Einbußen bis zu 50 Prozent

Auch die Winzer sind derzeit mit einer Bestandsaufnahme in den Weinbergen beschäftigt. „Jedoch lässt ‎sich erst in den kommenden Wochen erkennen, wie sich die Reben weiter entwickelt haben ‎und damit auch, wo Frostschäden in welchem Ausmaß aufgetreten sind“, sagte der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Michael Thomas. Man gehe jedoch davon aus, dass sich die Frostschäden über ‎das gesamte Weinbaugebiet verteilen. „Einzelne Weinberge waren dabei scheinbar überhaupt nicht ‎betroffen, andere wohl sehr stark.“

So geht der Radebeuler Winzer Friedrich Aust davon aus, dass es bei der Rebsorte Bacchus in der Lage Goldener Wagen Einbußen bis zu 50 Prozent gibt. Mit dem Anzünden von Frostschutzkerzen habe der Weinbauer zwar seine ‎Junganlagen halten können. „Dafür hat es andere Felder erwischt.“

Auch Winzer im Staatsweingut Schloss Wackerbarth waren in der vergangenen Woche an insgesamt drei Nächten im Einsatz, um tausende empfindliche Jungpflanzen in Diesbar-Seußlitz, Laubach, Weinböhla und Radebeul mit kontrollierten Feuern zu schützen. So habe zwar ein „Totalausfall“ an den frostgefährdeten Weinbergen vermieden werden können, so Sprecher Martin Junge. Das genaue Ausmaß werde sich aber erst in zwei bis drei Wochen zeigen.

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Von RND/dpa