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Mitteldeutschland Nach Boykott von AfD-Unternehmer: Drohungen gegen Biomarkt-Kette
Region Mitteldeutschland Nach Boykott von AfD-Unternehmer: Drohungen gegen Biomarkt-Kette
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16:51 04.10.2019
In den Märkten von Biomare informiert das Unternehmen über die Gründe für den Boykott. Quelle: dpa-Zentralbild
Leipzig

Der Leipziger Supermarkt Biomare, der Produkte einer Hirsemühle wegen der AfD-Zugehörigkeit des Inhabers aus den Regalen genommen hat, sieht sich Beschimpfungen ausgesetzt. Seit die Aufregung in dieser Woche hochgeschwappt ist, seien rund 200 Kommentare über die Firmen-Internetseite eingegangen, sagte Geschäftsführer Malte Reupert am Freitag. Davon seien drei Viertel Beschimpfungen und Bedrohungen, es seien aber keine Morddrohungen. Es gebe in den Biomare-Läden viel Unterstützung und Solidarität der Kunden.

Biomare: Unternehmer leugnet Klimawandel

Der Supermarkt hatte schon im Juli die Hirse-Produkte ausgelistet. Schilder an den Regalen informieren die Kunden seither über den Geschäftsführer, der Beisitzer im AfD-Kreisvorstand Spree-Neiße in Brandenburg ist. Er sei als AfD-Funktionär in einer Partei, die den menschengemachten Klimawandel leugne. „Wer den Klimawandel leugnet, stellt sich gegen den wesentlichsten Grundwert unserer Branche“ sagte Reupert. Deswegen sei die Bio-Hirse aus den Regalen genommen und durch einen anderen Lieferanten ersetzt worden. Auch andere Bio-Ketten verabschiedeten sich von der Hirsemühle.

Das Thema kam laut Reupert diese Woche in die größere Öffentlichkeit, nachdem der Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion auf Twitter ein Foto des Infoschildes geteilt hatte. „Ökos! Wehrt Euch! Kauft nicht bei AfDlern!“, schrieb er dazu.

Der Biomare-Gründer nimmt die Aufregung gelassen: „Wir sind ein privates Unternehmen. Ich habe Gewerbefreiheit wie jeder andere Mensch auch“, sagt Reupert. Jeder entscheide selber, wie und welche Produkte er einkaufe. Die Hirsemühle war am Freitag zunächst nicht telefonisch zu erreichen.

Von RND/dpa

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