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Mitteldeutschland Mutmaßlicher Dresdner Doppelmörder wollte zuvor Drogen schmuggeln
Region Mitteldeutschland Mutmaßlicher Dresdner Doppelmörder wollte zuvor Drogen schmuggeln
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15:41 15.05.2019
Laurent F. wurde nach seiner Festnahme in Dresden dem Amtsrichter vorgeführt. Inzwischen sitzt er in Untersuchnungshaft. Quelle: Foto: Christian Essler
Leipzig

Der mutmaßliche Täter im Fall des Doppelmords an zwei Kindern vergangene Woche in Dresden wurde Anfang des Jahres mit einer erheblichen Menge an Betäubungsmitteln festgenommen. Zuvor soll er diese aus aus dem Ausland eingeführt haben. Das haben Recherchen der Leipziger Volkszeitung ergeben.

Wie der Bautzener Staatsanwalt Christopher Gerhardi erklärte, wurde das Fahrzeug von Laurent F. am 7. Januar in Königsbrück (Landkreis Bautzen) von der Polizei gestoppt und durchsucht. Der 55-Jährige war aus Polen eingereist und offenbar auf dem Weg nach Dresden. Bei der Durchsuchung des Autos fanden die Beamten dann etwa 900 Gramm des Methamphetamins Crystal, dessen Einnahme vergleichsweise schnell zu psychischer Abhängigkeit führt.

Staatsanwalt prüft Zusammenlegung der Fälle

„Gegen Laurent F. wurde in der Folge ein Verfahren wegen der Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge eingeleitet“, sagte Gerhardi. Bisher sei es allerdings noch nicht zur Anklageerhebung gekommen. Aktuell werden die sichergestellten Drogen in einem Labor auf genaue Inhaltsstoffe untersucht. „Im Prinzip wird man dann sehen müssen, ob die beiden Fälle sinnvoll zusammengebracht werden können“, sagte der Staatsanwalt.

Die Dresdner Behörden werfen F. vor, am vergangenen Donnerstagabend seine beiden Kinder ermordet zu haben und seine Lebensgefährtin schwer verletzt zu haben. Die Tat soll sich gegen 19 Uhr auf einem Wohngrundstück in der Dresdner Neustadt ereignet haben, wo Mutter und Kinder zusammen in einem Hinterhaus lebten. Anwohner wurden durch den Lärm eines heftigen Streits aufgeschreckt, riefen die Polizei.

Kinder sterben an schweren Verletzungen

Die Beamten fanden die Mutter und ihre Kinder in der Wohnung – alle schwer verletzt. Der fünfjährige Junge verstarb noch direkt am Tatort, seine Schwester kam zusammen mit ihrer Mutter ins Krankenhaus. Trotz der Bemühungen der Ärzte überlebte auch die Zweijährige die Nacht nicht. Die Mutter wird weiterhin auf der Intensivstation betreut.

Laurent F. wurde im direkten Umfeld des Hauses festgenommen. Der 55-jährige französische Staatsbürger ist seit 2006 Geschäftsführer einer Dresdner Baufirma. Er sitzt in Untersuchungshaft. Details zum Verlauf der Auseinandersetzung und wie die letztlich tödlichen Verletzungen entstanden sein könnten, darüber machten die Ermittler noch keine Angaben. „Das wird Gegenstand der nun begonnenen Ermittlungen sein", sagte Oberstaatsanwalt Schmidt.

Von Matthias Puppe

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