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Mitteldeutschland Möbelhersteller USM zieht nach Leipzig um
Region Mitteldeutschland Möbelhersteller USM zieht nach Leipzig um
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00:18 15.01.2017
Die USM Privacy Panels. Quelle: USM Haller
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Leipzig/Bühl

Der Wirtschaftsstandort Leipzig wird durch einen Umzug gestärkt: Der international bekannte Büromöbelhersteller USM Haller verlegt seine Montage vom Bühler Industriegebiet in Baden-Württemberg in den Norden der Messestadt. Der Plan des Unternehmens sei, am neuen Standort zu wachsen und auch Teile der Montage aus der Schweiz hierher zu verlagern, erklärte Sprecherin Sabine Schär in den „Badischen Neusten Nachrichten“.

„Am neuen, größeren Standort Leipzig kann USM seine Möbelbausysteme effizienter montieren“, so Schär. Außerdem sei er für den Verkehr und Transport besser erschlossen. USM könne sich daher schlanker aufstellen und schneller ausliefern. Diese Punkte sprechen laut Schär stark für den neuen Standort, da das Unternehmen so seine Wettbewerbs-
fähigkeit steigern kann.

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300 Jobs entstehen neu

Der Leipziger CDU-Landtagsabgeordneter Andreas Nowak sieht dadurch bestätigt, dass die Investitionen in Autobahn, Flughafen und Bahnanbindungen genau die richtigen Entscheidungen gewesen sind. „Das Unternehmen ist weltweit renommiert und sorgt dafür, dass der Standort Leipzig einen weiteren, wichtigen Imageschub bekommt. Der Umzug dieser Weltfirma bedeutet auch 300 neue Arbeitsplätze. Das sind sehr gute Nachrichten“, so Nowak.

Der Entschluss, die Montage aus Bühl zu einem anderen Standort zu verlagern, fiel aufgrund von Platzmangel. „Wir haben zusätzlich zu unserem Stammhaus in der Nähe bereits vor zwei Jahren ein zusätzliches Lager anmieten müssen. Auf diese Weise kann man aber nicht prozessorientiert arbeiten“, erklärt Schär.

Gebäude im Norden Leipzigs angemietet

Schon 2014 erreichte USM laut der Zeitung seine Kapazitätsgrenze am Bühler Standort. Das Unternehmensgelände sei zu klein für die geplante Erweiterung. Im Norden Leipzigs hat USM Haller daher nun ein Gebäude angemietet, das den Anforderungen gerecht wird.

Mit einem kompletten Abzug Richtung Sachsen sei allerdings nicht zu rechnen. Geschäftsleitung, Vertrieb, Verkaufsinnendienst, Verwaltung, Planung, Marketing und Schulungen für das Tochterunternehmen USM Deutschland sollen weiterhin in Bühl bleiben. Damit wird der Standort in Baden-Württemberg zu einem Service-Center für Deutschland. Das solle auch auf Dauer so bleiben. Auf Nachfrage sprach Schär von einer dauerhaften Lösung.

Weitere Verlagerung von der Schweiz geplant

Der Hauptsitz der schweizerischen Firma bleibt in Münsingen in der Nähe von Bern. In der Zentrale werden weiterhin die Möbel produziert, in Bühl erfolgt bisher die Montage für den deutschen Markt. Zusätzlich sollen ganze Arbeitsfelder, die bisher in der Schweiz konzentriert waren, in Leipzig erledigt werden, wie die Montage für die Exportmärkte. „Ende 2018 wird das Projekt abgeschlossen sein“, teilt Schär mit.

Mit dem Betriebsrat habe das Unternehmen laut Schär Gespräche über die Auswirkungen der Verlagerung aufgenommen. Besonders hinsichtlich der Montagearbeiter aus Bühl solle eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden. Auch in der Schweiz, in der bisher für die Exportmärkte montiert wurde, wird für die von der Verlagerung betroffenen festangestellten Mitarbeiter eine Lösung gesucht – unter anderem eine Beschäftigung in der Montage für die Schweiz oder in der Produktion.

Der Name USM setzt sich aus den Initialen Ulrich Schärer und dem Standort Münsingen sowie aus dem Nachnamen des Architekten Fritz Haller zusammen. Haller entwickelte 1963 die flexiblen Büromöbel aus Metallplatten und Rohren, erst nur für den Eigenbedarf. Nach der Patentierung des USM-Knotenpunkts 1965 startete die Serienproduktion und der Verkauf der Möbel. 1975 wurde die Tochterfirma USM Deutschland in Bühl bei Baden-Baden gegründet. 2001 wurde das Büromöbelsystem sogar in die Kunstsammlung des Museums of Modern Art in New York aufgenommen.

Von Andrea Schulze