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Mitteldeutschland Mission Lifeline bereitet sich in Dresden auf neue Rettungseinsätze vor
Region Mitteldeutschland Mission Lifeline bereitet sich in Dresden auf neue Rettungseinsätze vor
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14:13 10.07.2019
Das erste Schiff der Mission Lifeline wird noch in Malta festgehalten. (Archiv) Quelle: Annette Schneider-Solis/dpa
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Dresden/Leipzig

Seit über einem Jahr steckt das private Rettungsschiff „Lifeline“ des Dresdner Seenotrettungsvereins Mission Lifeline im Hafen der maltesischen Hauptstadt Valetta fest. Nachdem die dortigen Behörden dem Schiff Ende Juni das Anlaufen eines Hafens auf der Mittelmeerinsel verwehrt hatten, harrte die „Lifeline“  mehrere Tage vor der Insel aus. Mit rund 230 Geflüchteten an Bord entschied der damalige Kapitän Claus-Peter Reisch nach mehreren Tagen vor dem Hafen anzulegen – trotz Verbot. Im Mai wurde Reisch auf Malta deshalb zu einer Geldstrafe von 10 000 Euro verurteilt. Der Vorwurf: Das Schiff sei nicht ordnungsgemäß registriert gewesen. Der 58-Jährige legte Revision gegen das Urteil ein.

Bewirkt hat das bislang nichts: Das Schiff ist weiter von den maltesischen Behörden beschlagnahmt. „Wir bemühen uns um die Herausgabe des Schiffes beim maltesischen Gericht. Danach bemühen wir uns, das Schiff unter eine praktikable Flagge zu bekommen und in den Einsatz zu schicken. Gelingt das nicht, müssen wir die Lifeline verkaufen oder verschrotten“, sagt Axel Steier, Mitgründer und Sprecher des Dresdner Seenotrettungsvereins. Zeitweise liefen die Seenotretter provisorisch mit kleinen Jachten aus, um Ausschau nach mit Menschen überladenden Schlauchbooten zu halten.

Spendengelder in Höhe von 285 000 Euro

Trotz dieser äußerst komplizierten Situation auf dem Mittelmeer plant der Dresdner Seenotrettungsverein neue Einsätze vor den Inseln Lampedusa und Malta. Mit Hilfe einer stattlichen Spendensumme über 285 000 Euro bereitet der Verein gerade den Einsatz eines zweiten Rettungsschiffs vor, teilt Axel Steier mit: „Das neue Schiff kann gut 100 Menschen aufnehmen und akut rund 250 Menschen vor dem Ertrinken retten.“ Eine Crew sei bereits zusammengestellt worden. Nicht Teil der Besatzung des neuen Schiffs ist Claus-Peter Reisch: „Das neue Schiff leitet ein anderer Kapitän“, sagt Steier. Die Hilfe und Mitarbeit von Reisch werde in Zukunft jedoch mit Sicherheit wieder benötigt, betont der Mitgründer des Vereins.

Krisenteam für juristische Auseinandersetzungen

Obgleich die Verhandlungen vor Gericht auf Malta andauern und sich mit Carola Rackete bereits die zweite Kapitänin eines deutschen Seenotrettungsschiffs im Disput mit der dortigen Justiz befindet, lässt die Dresdner Seenotretter unbeeindruckt. Die Organisation und Crew sei sich bewusst, dass mögliche Entscheidungen in einer Notsituation auf Widerstand in der italienischen Politik und auf Malta stoßen könnten. „Zunächst steuern wir immer den nächsten sicheren Hafen an. Das wäre Lampedusa. Wenn es die Wetterbedingungen zulassen und die Seenotrettungsleitstellen entscheiden, dass wir nach Malta fahren können, ist auch dies eine Option“, erklärt Steier. Im Dresdner Hauptquartier der Seenotretter agiere zudem ein Krisenteam, dass auf verschiedene Szenarien vorbereitet sei.

Um die rechtliche Lage zu entschärfen, war Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch am Dienstag zu Besuch im Auswärtigen Amt der Bundesregierung. In Gesprächen mit verschiedenen Politikern bemühte er sich darum, bereits vor der Rettung von Menschen Zusagen von europäischen Staaten zu erhalten, die Geretteten aufzunehmen.

Dresden ist kein „sicherer Hafen“

In Dresden hatten erst am 1. Juli rund ein Dutzend Menschen vor dem italienischen Honorarkonsulat für die Freilassung der zu diesem Zeitpunkt noch inhaftierten Kapitänin Carola Rackete protestiert. Im November 2018 hatte der Dresdner Stadtrat entschieden, in der sächsischen Landeshauptstadt keine Geflüchteten aus dem Mittelmeer über den Verteilungsschlüssel hinaus aufzunehmen. Die Stadt Leipzig hingegen ist nach dem Vorbild anderer deutscher Großstädte „sicherer Hafen“ für Geflüchtete. Der Leipziger Stadtrat stimmte im März mehrheitlich dafür, pro Jahr bis zu 100 Menschen aufzunehmen, die im Mittelmeer aus Seenot gerettet werden.

Von Aaron Wörz

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