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Mitteldeutschland Ministerin Klepsch: Sicherheitslücke im Grünen Gewölbe war bekannt
Region Mitteldeutschland Ministerin Klepsch: Sicherheitslücke im Grünen Gewölbe war bekannt
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12:45 21.01.2020
Das Weißsilberzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). (Archivfoto) Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Dresden

Im Grünen Gewölbe in Dresden gab es offenbar bereits vor dem spektakulären Kunstdiebstahl im November 2019 Hinweise auf Sicherheitslücken. Wie die neue Kulturstaatsministerin Barbara Klepsch (CDU) jetzt auf Nachfrage des Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt (Linke) einräumen muss, wurde die Kameraüberwachung bereits im ersten Halbjahr 2019 im Zuge von turnusmäßigen Sicherheitschecks „als zu optimierende Komponente identifiziert“. Nach erfolgter Ausschreibung sollte die Videoanlage dann im Frühjahr 2020 mit besserer Technik ausgetauscht werden. Der Kunstdiebstahl im Herbst 2019 habe diesen Prozess nun allerdings beschleunigt, so Klepsch weiter.

Diese Aufzeichnung lieferten die Kameras

Angesichts der zum Zeitpunkt des Einbruchs offensichtlich bekannten Probleme in der wertvollen Ausstellung glaubt Rico Gebhardt nicht mehr an einen Zufall. „Die Kameratechnik galt schon mindestens ein halbes Jahr lang als veraltet, als Diebe ins Grüne Gewölbe einstiegen und leichtes Spiel hatten. Das spricht für die These, dass Insiderwissen im Spiel gewesen sein könnte“, so der Linkenpolitiker auf Nachfrage. Es sei peinlich, dass sich der für die Umrüstung der Videotechnik verantwortliche Staatsbetrieb Sächsisches Immobilienmanagement (SIB) und die Hausspitze der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ein ganzes Jahr Zeit nehmen wollten, um sie zu erneuern. „Um es mit Michail Gorbatschow zu sagen: Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren“, so Gebhardt weiter.

Ermittlungen bisher erfolglos

Der Einbruch in die Ausstellung „Historisches Grünes Gewölbe“ im Dresden Residenzschloss hatte international viel Aufsehen erregt. Zwei Unbekannte hatten sich am 25. November gegen 5 Uhr am Morgen über ein Seitenfenster Zugang zum Gebäude verschafft. Sie gingen zielstrebig auf eine der zahlreichen Vitrinen zu, zerstörten das Sicherheitsglas des Schaukastens mit einer Axt und entwendeten mehrere Stücke von drei historischen Juwelen-Ensembles. Auf selbem Weg, wie sie gekommen waren, flüchteten die Männer und rasten mit einem Auto davon – wahrscheinlich bis in eine Tiefgarage am Dresdner Elbufer, wo das Fahrzeug in Flammen aufging. Hier verliert sich bisher ihre Spur.

Fotos der gestohlenen Schmuckstücke

Noch am Tag des Einbruchs wurde eine Sonderkommission – die Soko „Epaulette“ – gegründet und unter anderem Videoaufnahmen vom Inneren des Gebäudes und von den umliegenden Straßenzügen ausgewertet. So wurde auch ein Video der Täter sowie Bilder des flüchtenden Fahrzeugs mit Bitte um Hinweise aus der Bevölkerung veröffentlicht. Zudem wurden Parallelen zu vergangenen Kunstdiebstählen in Berlin geprüft. Bisher allerdings auch ohne Erfolg.

Anfang Januar 2020 teilte eine israelische Sicherheitsfirma mit, sie habe angeblich ein Angebot zum Rückkauf verschiedener Exponate erhalten. Sowohl Landeskriminalamt (LKA) als auch Soko „Epaulette“ erklärten allerdings, sie hätten keinen Kontakt zu der Sicherheitsfirma und dementierten die Angaben.

Mehr zum Einbruch ins Grüne Gewölbe

Der Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe sorgt in Dresden auch weiterhin für Fassungslosigkeit. Noch immer fehlt jede Spur von den Tätern. Die Sonderkommission „Epaulette“ ermittelt auf Hochtouren.

Von Matthias Puppe

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