Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Mehrheit sieht CDU in Sachsen weiter als Regierungspartei – aber mit wem?
Region Mitteldeutschland Mehrheit sieht CDU in Sachsen weiter als Regierungspartei – aber mit wem?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:08 26.08.2019
Blick in den sächsischen Landtag, der am 1. September 2019 neu gewählt wird. Quelle: Robert Michael/dpa
Dresden

Für die jetzige Koalition aus CDU und SPD wird es nach der Landtagswahl am 1. September nicht mehr reichen. Nach der aktuellen Umfrage der DNN kommen CDU (28 Prozent) und SPD (acht Prozent) zusammen nur auf 36 Prozent. Das Aus für Schwarz-Rot in Sachsen bestätigt auch das jüngste ZDF-Politbarometer, das die Union bei 31 und die SPD bei 9 Prozent sieht.

Elf Prozent wünschen sich laut DNN-Umfrage zwar weiter die große Koalition, darunter ein gutes Fünftel der Unionswähler und mehr als ein Viertel der SPD-Anhänger. 28 Prozent sind noch unschlüssig, welche Koalition sie bevorzugen soll und äußert sich nicht. Ansonsten ist das Meinungsbild sehr zersplittert.

Rot-Rot-Grün erhält die meiste Zustimmung

„Eine klare Präferenz für eine Koalition gibt es unter den Wählern nach wie vor nicht. Insofern spiegelt die Umfrage das politische Meinungsbild im Land wider, das ja in der Tat alles andere als eindeutig ist“, schätzt der Leiter der Umfrage, Andreas Czaplicki, ein. Ein Koalitionsmodell, hinter dem die Mehrheit der Sachsen steht, zeichnet sich nicht ab.

Jeder Fünfte würde ein links-ökologisch orientiertes Regierungsbündnis begrüßen, vor allem Wähler der Linken (fast 80 Prozent) und der Grünen (fast zwei Drittel). Es ist die bevorzugte Koalition der Wähler zwischen 18 und 49 Jahren. Rechnerisch hat aber auch sie keine Mehrheit im Landtag. Sie käme laut Umfrage auf 37 Prozent. Von einer Vier-Parteien-Koalition aus CDU, SPD, Grünen und FDP halten die Sachsen nichts. Nur drei Prozent wären dafür.

Unionswählerschaft uneins über Koalitionen

Derweil wünschen sich die meisten Wähler, dass die CDU Regierungspartei bleibt. 53 Prozent sehen die Christdemokraten in einer Koalition, aber in unterschiedlichen Konstellationen. Den Unionswählern wäre die FDP der liebste Partner. Die Liberalen müssten dafür aber erstmal die Fünf-Prozent-Hürde nehmen. Auch mit SPD und Grünen könnten sich über 40 Prozent der Unionswähler die eine oder andere Konstellation vorstellen. Ein gutes Drittel der Grünen-Wähler ist einer Koalition mit der CDU nicht abgeneigt, am liebsten in der Variante CDU/Grüne/SPD. Diese Version kommt auch bei den SPD-Anhängern an zweiter Stelle nach der großen Koalition.

CDU-Wähler mehrheitlich gegen Bündnis mit AfD

In einem Punkt sind sich die CDU-Wähler einig: Sie wollen kein Bündnis mit der AfD. Nur vier Prozent finden das gut. Die Union würde im Falle eines Zusammengehens mit der AfD die bürgerlich-liberalen Wähler verschrecken, sagt Professor Gert Pickel, Politikexperte der Universität Leipzig. „Das wäre für die CDU der politische Selbstmord. Allein, wenn man sich anschaut, welche Koalitionen sich die CDU-Wähler wünschen und wie sie den Spitzenkandidaten der AfD beurteilen, wird das deutlich.“

In der DNN-Sonntagsfrage hatte die CDU zuletzt 28 Prozent erreicht und die AfD 26 Prozent. Als dritte Kraft kam die Linke auf 16 Prozent. Die Grünen schafften 13 und die Liberalen fünf Prozent. Die Freien Wähler kamen nur auf drei Prozent.

Für die Umfrage wurden vom 8. bis 15. August 700 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte aus ganz Sachsen befragt.

Von Anita Kecke

Der Politologe Werner J. Patzelt war einer der ersten in der CDU, der öffentlich eine Koalition mit der AfD ins Spiel brachte. Jetzt zeigt er sich enttäuscht darüber, dass die sächsische Union ihn so selten im Wahlkampf eingesetzt habe.

26.08.2019

In Sachsen wird weiterhin sehr viel gebaut. Im ersten Halbjahr 2019 konnten die mehr als 600 größeren Baufirmen im Freistaat Auftragseingänge in Höhe von 2,97 Milliarden Euro verzeichnen. Das war ein Plus von 11,5 Prozent gegenüber 2018.

26.08.2019

Allein im Juli sind sieben antisemitische Handlungen in Sachsen gemeldet worden. Der Beauftragte für jüdisches Leben in Sachsen, Thomas Feist, blickt deshalb mit Sorge auf Antisemitismus im Freistaat.

26.08.2019