Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Mehrere Geburten gleichzeitig: Sachsens Hebammen beklagen schlechte Arbeitsbedingungen
Region Mitteldeutschland Mehrere Geburten gleichzeitig: Sachsens Hebammen beklagen schlechte Arbeitsbedingungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:32 29.09.2019
Hebammen in Sachsen beklagen die schlechten Arbeitsbedingungen. (Symbolbild) Quelle: epd
Dresden

In sächsischen Kreißsälen fehlt Personal. Außerdem beklagen Hebammen schlechte Arbeitsbedingungen. Das sind zwei Ergebnisse aus aktuellen Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages, die von der sächsischen Linke-Politikerin Sabine Zimmermann angefordert wurden. Sie hat im Bundestag den Vorsitz im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Bei der Befragung gab mehr als die Hälfte der festangestellten Hebammen in Sachsen an, zwei Gebärende gleichzeitig zu betreuen. Jede Fünfte haben es mit drei gebärenden Frauen zu tun. In Schichten mit besonders vielen Geburten müssen sich 30 Prozent der Hebammen sogar um vier Frauen gleichzeitig kümmern. Die von Fachgremien empfohlene Eins-zu-Eins-Betreuung ist eher die Ausnahme (17,5 Prozent).

>> Lesen Sie auch:
Bundestag schickt Hebammen auf Hochschule

„In der Studie, die den Gutachten zugrunde liegt, beklagen Hebammen, dass sie die gebärenden Frauen nicht so betreuen könnten, wie sie es fachlich für richtig hielten. Die Arbeitsbelastung in den Geburtsstationen sei sehr hoch“, erklärte Zimmermann. Im Schnitt leisteten die Hebammen 15 Überstunden im Monat. Ein Viertel der Hebammen denke über einen kompletten Ausstieg aus dem Beruf nach.

Unterfinanzierte Geburtshilfe

„Die Ergebnisse der Gutachten sind erschreckend. Seit Jahren ist die Geburtshilfe unterfinanziert, in Sachsen und bundesweit. Es fehlt Personal, aber mehr Stellen werden nicht finanziert“, erklärte Zimmermann. Grund dafür sei die Ökonomisierung des Gesundheitswesens. „Pro Geburt erhält ein Krankenhaus nur eine Pauschale, die auch noch zu niedrig bemessen ist (...) Die Bundesregierung muss begreifen, dass man eine Klinik nicht wie eine Fabrik organisieren kann.“

Von RND/dpa

Seit zwei Jahren können auch homosexuelle Paare heiraten - in Sachsen liegt ihr Anteil bei den Eheschließungen bei rund 5 Prozent. In Leipzig gibt es rund 600 gleichgeschlechtliche Ehen. Von einem Ansturm kann aber keine Rede sein.

28.09.2019

Rund zwei Wochen nach Bekanntwerden der Mitgliedschaft von Sachsens evangelischem Landesbischof Carsten Rentzing in einer schlagenden Burschenschaft fordern Christen im Freistaat Aufklärung.

27.09.2019

Kritische oder gefährliche Prozesse an Gerichten in Sachsen werden künftig von einer Spezialeinheit abgesichert. Auftakt bildet der Prozess gegen die mutmaßlichen Rechtsterroristen der Gruppe Chemnitz am Montag.

27.09.2019