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Mitteldeutschland Mehr jugendliche Komasäufer in Sachsen - Anstieg um 19 Prozent
Region Mitteldeutschland Mehr jugendliche Komasäufer in Sachsen - Anstieg um 19 Prozent
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08:53 20.11.2018
In Sachsen sind im vergangenen Jahr 1130 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Quelle: dpa
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Dresden

In Sachsen sind im vergangenen Jahr 1130 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das sind rund 19 Prozent mehr als noch 2016, wie die Krankenkasse DAK Gesundheit unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Landesamtes mitteilte. Die Zahl der Betroffenen steigt den Angaben zufolge seit 2014 wieder kontinuierlich an und hat den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2000 erreicht. In anderen Bundesländern dagegen - unter anderem in Brandenburg, Hessen oder Bayern - sind die Zahlen rückläufig.

„Rauschtrinken ist offenbar ein Problem wie nie zuvor“, sagte Christine Enenkel, Leiterin der DAK-Landesvertretung in Sachsen. Bei den männlichen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der ausgewerteten Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen gab es 85 mehr Komasäufer als im Jahr zuvor (plus 15 Prozent). Bei den Mädchen und jungen Frauen stieg die Zahl sogar um 92 (plus 24 Prozent).

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Sorge bereitet den Experten auch der gravierende Anstieg bei Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren: Tranken sich 2016 noch 143 Kinder in einen Rausch, stieg deren Zahl in Sachsen im Vorjahr auf insgesamt 194 an (plus 36 Prozent). „Jede Alkoholvergiftung eines Kindes oder Jugendlichen ist eine zu viel“, so Christine Enenkel.

Die DAK will auch im kommenden Jahr mit ihrer Kampagne „bunt statt blau“ gegen den Alkoholmissbrauch vorgehen. Bei dem bundesweiten Wettbewerb sind Schüler zwischen 12 und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwickeln.

Die DAK wertete für ihre Übersicht Daten des Landesamtes für Statistik aus. In dieser Statistik fehlen allerdings die Klinikaufenthalte sächsischer Kinder in Krankenhäusern außerhalb des Freistaates.

dpa