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Mitteldeutschland Zahl arbeitender Rentner in Mitteldeutschland erreicht neuen Rekord
Region Mitteldeutschland Zahl arbeitender Rentner in Mitteldeutschland erreicht neuen Rekord
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22:37 23.05.2019
Auch in Schulen können Rentner ihre Erfahrungen noch weitergeben. Quelle: dpa
Leipzig

Endlich in Rente, endlich die Beine hochlegen – für immer mehr Menschen in Mitteldeutschland kommt das nicht in Frage. Die Zahl der arbeitenden Rentner hat in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt erstmals die 100.000er-Marke durchbrochen. Gingen 2017 noch 98.455 Senioren einer Arbeit nach, waren es Ende des vergangenen Jahres schon 106.344. Gegenüber 2010 beträgt der Anstieg sogar 62,7 Prozent – damals arbeiteten 65.361 Senioren. Das geht aus einer Statistik hervor, die die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur (BA) in Sachsen für die LVZ zusammengestellt hat.

Die überwiegende Mehrheit der arbeitenden Rentner übt einen Minijob aus. „Von den insgesamt 222.673 Minijobbern in Sachsen ist jeder fünfte im Rentenalter“, sagt Agentursprecher Frank Vollgold. Innerhalb von acht Jahren habe sich ihre Zahl von 29.112 auf 45.074 erhöht. Die Gründe dafür, dass Senioren jobben, sind laut Umfragen unterschiedlich.

Nur für jeden zehnte Rentner spielt das Geld keine Rolle

Wie die BA und das Statistische Bundesamt ermittelt haben, benötigt ein Drittel aller geringfügig beschäftigten Rentner das Geld, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Jeder zweite will sich durch einen Minijob Extrawünsche erfüllen. Spaß an der Arbeit und Kontakt zu anderen Menschen sind weitere Gründe. Für jeden zehnten Rentner spielt das Thema Geld keine Rolle.

Stark gestiegen ist auch der Anteil der Menschen, die über den Rentenbeginn hinaus weiter sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, also in einer Firma oder Behörde weiter fest in Lohn und Brot stehen. In Mitteldeutschland traf das im Vorjahr auf 18.803 Beschäftigte zu – in den vergangenen acht Jahren hat sich die Zahl damit mehr als verdoppelt. Die meisten festangestellten Senioren in Sachsen arbeiten in Leipzig (1545), in Dresden (1460) und im Erzgebirgskreis (880). In Nordsachen, Görlitz und der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge haben hingegen die wenigsten Rentner mit einem festen Job.

Auch Fachkräftemangel ist mitverantwortlich für den Trend

Die Generation 65 plus ist über die Regelaltersgrenze hinaus häufig weiter als Lehrer, Straßenbahn- und Busfahrer, in Büroberufen, im Objektschutz oder im Gesundheits- und Sozialwesen tätig, sagt Vollgold. Der wachsende Fachkräftebedarf sei für den Trend zur Arbeit über das Rentenalter hinaus mitverantwortlich. In einigen Fällen werden Vollzeitjobs beispielsweise in Teilzeitjobs umgewandelt, damit der Übergang in die Altersrente nicht abrupt erfolgt.

„Es ist in Ordnung, wenn Rentner noch leistungsfähig genug sind, auch über den Rentenbeginn hinaus zu arbeiten“, meint Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach Sicher seien viele wegen ihres Fachwissens für Betriebe fast unentbehrlich. „Für manche ist es leider die schiere Notwendigkeit, die Rente noch etwas aufzubessern. Und zur Wahrheit gehört auch, viele schaffen aus gesundheitlichen Gründen nicht mal die Zeit bis zur Rente.“ Gesundheitsvorsorge müsse deshalb einen höheren Stellenwert in Unternehmen erhalten, fordert der Gewerkschafter.

Von Andreas Dunte

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