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Mitteldeutschland Mehr Zeit vor und in Prüfungen: Sachsens Kultusminister lockert Vorgaben für Abschlussklassen
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Mehr Zeit vor und in Prüfungen: Sachsens Kultusminister lockert Vorgaben für Abschlussklassen

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13:44 15.01.2021
Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU, Archivfoto)
Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU, Archivfoto) Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Dresden

Angesichts der erschwerten Lernbedingungen in der Corona-Pandemie plant Sachsens Kultusministerium nun auch Erleichterungen bei der Prüfungsvorbereitung. Zudem sollen die Lehrerinnen und Lehrer bei der Benotung auf Halb- und Endjahreszeugnissen alle Spielräume ausnutzen und wohlwollend bewerten. „Den Schülerinnen und Schülern sollen trotz schwieriger Umstände kurz- und langfristig keine Nachteile entstehen“, sagte Minister Christian Piwarz (CDU) am Freitag. Die Gesundheit stehe an erster Stelle und niemand müsse fürchten, „seinen Schulabschluss später nicht anerkannt zu bekommen. Wir lassen die Schüler nicht im Stich“, so der Unionspolitiker weiter.

Konkret geplant sind vor allem neue Vorgaben bei der Vorbereitung und Absolvierung von Abschlussprüfungen. So sollen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise deutlich mehr Zeit zum Lernen erhalten und im restlichen Schuljahr vorrangig in den Prüfungsfächern unterrichtet werden. Auch in den Prüfungen selbst stehe mehr Zeit zur Bewältigung zur Verfügung und werde es bei den Terminen Wahlmöglichkeiten geben. „Analog dazu wird die Anpassung des Bewertungsmaßstabs für die Prüfungen zum Erwerb des Haupt- und Realschulabschlusses ebenso geprüft“, hieß es aus dem Kultusministerium.

Anpassungen in Grund- und Förderschulen

Bei der Benotung in den Klassenstufen der Grund- und Förderschulen sollen die Lehrkräfte alle Ermessensspielräume „wohlwollen auslegen und im Zweifel zu Gunsten der Schüler anwenden“, hieß es aus Dresden. Alle Grundschüler werden ihre Halbjahrsinformationen am 10. Februar erhalten, bei Förderschülern erfolge die Bewertung bis spätestens 15. Februar.

Die für den weiteren Schulweg in Sachsen notwendige Bildungsempfehlung in den vierten Grundschulklassen soll ebenfalls am 10. Februar erteilt werden. Mit dieser können sich Schüler und Eltern dann in der Folge an Gymnasien und Oberschulen bewerben. Die eigentlich in der dritten Klasse obligatorischen Kompetenztests entfallen in diesem Jahr.

Anpassungen in Oberschulen

Realschüler der zehnten Klassen sollten sich frühzeitig bis spätestens 26. Februar für ein naturwissenschaftliches Prüfungsfach entscheiden, hieß es weiter aus Dresden. Die Teilnahme am Unterricht in den nicht gewählten naturwissenschaftlichen Fächern sei dann nicht mehr verbindlich. Auch könnten Sachsens Realschüler bis zu zwei weitere Fächer abwählen, in denen keine mündliche Prüfung stattfinden soll. Auch in diesen Fächern sei der Unterricht dann nicht mehr verbindlich. Schüler, die den Hauptschul- oder qualifizierenden Hauptschulabschluss erwerben, könnten ebenso bis zu drei Fächer, in denen keine mündliche Prüfung stattfinden soll, abwählen.

Ab 3. Mai werde sich der Unterricht dann ausschließlich auf die schriftlichen und die gewählten mündlichen Prüfungsfächer konzentrieren. Für die Abschlussprüfungen stünden zwei Prüfungstermine zur Verfügung. Allerdings sei der Ersttermin der reguläre Termin, könne dieser nur aus wichtigem Grund abgelehnt werden. In allen schriftlichen Prüfungen werde den Schülern eine Arbeitszeitverlängerung von jeweils 15 Minuten gewährt.

Wer seine Abschlussklasse aufgrund der Pandemie-Rückstände freiwillig wiederholen möchte, soll daraus keinen Nachteil erleiden, so das Kultusministerium. „Die Wiederholung gilt in diesem Falle nicht als Wiederholung wegen Nichtversetzung und wird der Verweildauer an der Schule nicht angerechnet.“

Anpassungen in Gymnasien

Den Schulen seien bereits Themen benannt worden, die kein Schwerpunkt der zentralen schriftlichen Prüfungen werden. Die Teilnahme am Ersttermin der Prüfungen sei freiwillig, ein Ausweichen auf den zweiten ohne Vorbedingungen möglich. Dieser Termin sei dann aber jedoch verbindlich.

Die Arbeitszeit in allen schriftlichen Abitur- und Ergänzungsprüfungen werde generell um 30 Minuten erhöht. Die Zweit- und auch Drittkorrekturen der Abiturprüfungen werden an der jeweiligen Schule erfolgen. „Das soll eine faire Benotung sichern, wenn in Einzelfällen Prüfungsinhalte aufgrund des bisherigen Infektionsgeschehens an der Schule nicht ausreichend behandelt werden konnten“, so das Kultusministerium.

Von Matthias Puppe