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Mitteldeutschland Maskenverweigerer und falsche Atteste: Sachsens Ärztekammer prüft Hinweise
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Maskenverweigerer und falsche Atteste: Sachsens Ärztekammer prüft Hinweise

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10:08 21.03.2021
Eine FFP2-Maske.
Eine FFP2-Maske. Quelle: Friso Gentsch/dpa
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Dresden

Die Landesärztekammer verfolgt Dutzende Hinweise, nach denen Ärzte in Sachsen gegen Corona-Regeln verstoßen oder falsche Atteste ausgestellt haben sollen. Bisher gebe es 60 Vorgänge, wobei auf einen Arzt mehrere entfallen könnten, erklärte Sprecher Knut Köhler. Verstöße gegen den Infektionsschutz würden an die Gesundheitsämter weitergeleitet. Bisher seien das zwölf Meldungen gewesen. Zudem gebe es vier Fälle, die zu Strafanzeigen geführt hätten. Diese seien noch nicht abgeschlossen.

Laut Köhler gab es etwa Hinweise von Kollegen und Patienten, dass Ärzte selbst keine Maske getragen hätten. In anderen Fällen hätten Ärzte Menschen per Attest vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreit, obwohl gar kein gesundheitlicher Grund dafür vorgelegen habe oder sie denjenigen überhaupt nicht untersucht hätten. Voriges Jahr hatte der Fall einer Ärztin aus dem Erzgebirge für Aufmerksamkeit gesorgt: Sie hatte auf einer Veranstaltung Masken mit dem Judenstern verglichen. Deswegen war sie wegen Volksverhetzung angezeigt worden.

Köhler betonte, dass in Sachsen mehr als 18.400 Ärzte tätig seien. „Nur in seltenen Ausnahmefällen kommt es zu Verstößen gegen geltende Infektionsschutzmaßnahmen oder das Berufsrecht.“ Die Ärztekammer gehe jedem Hinweis nach, auch wenn dieser anonym erfolge. Wenn Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen das Berufsrecht vorlägen, werde eine berufsrechtliche Prüfung eingeleitet.

Von dpa