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Mitteldeutschland Masern in Sachsen: Bedenkliche Impflücken bei Lehrern und Erziehern
Region Mitteldeutschland Masern in Sachsen: Bedenkliche Impflücken bei Lehrern und Erziehern
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16:15 15.12.2018
Ein Kreuz steht auf einem Impfpass, in dem eine Kombiimpfung für Masern, Mumps und Röteln eingetragen ist. Quelle: dpa/Marius Becker
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Dresden

2018 hat es in Sachsen bislang deutlich weniger Masern-Fälle gegeben als im Vorjahr. Bis Anfang Dezember verzeichnete das Sozialministerium nach eigenen Angaben sieben Erkrankungen. Das sind 61 weniger als 2017. In vier Fällen traf es Kinder bis 14 Jahre, darunter auch ein Baby. Drei Patienten waren zwischen 25 und 64 Jahren alt, wie aus der Statistik hervorgeht. Sechs der Betroffenen waren gar nicht-, eine Frau nur unvollständig geimpft. Mehr als die Hälfte der Erkrankungen wurden in Leipzig registriert.

Masern werden unterschätzt, von manchen gar als relativ harmlose Kinderkrankheit abgetan“, sagte ein Ministeriumssprecher. „Dieser Irrtum ist gefährlich, auch angesichts möglicher schwerer Folgen.“ Es gebe zu viele Impflücken, häufig würden Kinder auch zu spät geimpft. Defizite bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sorgten insgesamt für eine mangelnde Immunität in der Bevölkerung. Bedenklich seien auch die Impflücken bei Lehrern und Erziehern. „Kinder können durch die Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt noch erreicht werden, bei Jugendlichen und Erwachsenen ist das schwerer.“

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Impfquote bei Kita-Kindern bei 95 Prozent

Laut Statistik liegt die Impfquote bei Kita-Kindern derzeit bei 95 Prozent und der bei Schuluntersuchungen festgestellte Wert steigt stetig. Aktuell waren 97,4 Prozent der untersuchten Vierjährigen vollständig geimpft, bei den Schulanfängern 2,1 Prozent. 2008 betrug die Quote nur 59,2 Prozent. 2015 hatte die Zahl der Masernerkrankungen mit 271 einen Höchststand erreicht. 2016 waren es 34, 2017 doppelt so viele.

Von RND/dpa