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Mitteldeutschland Achtjährige und ihre Mutter sterben nach Wohnungsbrand in Grimma
Region Mitteldeutschland Achtjährige und ihre Mutter sterben nach Wohnungsbrand in Grimma
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11:42 19.02.2020
Dicker Qualm und Rauch dringt aus dem Fester in der vierten Etage ins Freie. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in Grimma-Süd. Und dabei war den Einsatzkräften ins Gesicht geschrieben, dass etwas ganz Schlimmes geschehen sein muss. In der Nacht zum Montag ist nach einem Wohnungsbrand in der Stecknadelallee, der gegen 2.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus ausgebrochen war, ein achtjähriges Mädchen ums Leben gekommen. Ihre 32-jährige Mutter konnte noch reanimiert und in eine Klinik gebracht werden, doch wie die Polizei bestätigte, erlag sie dort ihren Verletzungen.

Der ein Jahr jüngere Bruder des Mädchens wurden schwer verletzt und schwebt in akuter Lebensgefahr, er liegt im Krankenhaus. Ein drittes Kind blieb nach Polizeiangaben unverletzt. Der zwölfjährige Junge konnte sich selbstständig aus der Wohnung befreien. Auch zwei Hausbewohner wurden bei dem Brand verletzt.

++ Update 19. Februar: Auch der Siebenjährige ist am Dienstagabend verstorben

Reanimation nur zum Teil erfolgreich

Nach ersten Erkenntnissen traten die Verletzungen durch Rauchgasvergiftungen auf. Die Feuerwehr konnte nur unter Atemschutz über das Treppenhaus und über die Drehleiter in die betroffene Wohnung in der dritten Etage vordringen, um die Bewohner ins Freie zu bringen.

Bei teils starkem Regen müssen die medizinischen Hilfsmaßnahmen der Notärzte und des Rettungsdienstes mithilfe einer Plane vor dem Nass von oben geschützt werden. Quelle: Frank Schmidt

Dort wurden die Verletzten von Notärzten und Rettungssanitätern übernommen. Deren medizinische Hilfeleistungen erfolgte unter widrigen Wetterbedingungen, denn es hatte teils intensiv geregnet, sodass die Einsatzkräfte und Opfer von den Kameraden mit aufgespannten Planen vor dem Nass von oben geschützt werden mussten.

Opfer im Schlaf überrascht

Offenkundig, so war von Einsatzkräften vor Ort zu erfahren, sind die Opfer im Schlaf vom Qualm und Rauch überrascht worden. Der Ort des Brandherdes innerhalb der Wohnung, die derzeit unbewohnbar ist, sowie die Brandursache sind bislang unbekannt. Die Polizei hat dazu Ermittlungen aufgenommen.

Bei einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in Grimma-Süd sind ein siebenjähriger Junge, ein achtjähriges Mädchen und die 32-jährige Mutter ums Leben gekommen.

Das Haus wurde komplett evakuiert, die restlichen etwa 30 Hausbewohner in einer Turnhalle zentral untergebracht, sofern sie nicht bei Verwandten unterkommen konnten. Einige von ihnen mussten zuvor vorsorglich ambulant auf Rauchgasvergiftungen untersucht werden. Inzwischen, so bestätigte Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos), konnten das notdürftige Auffanglager der Evakuierten aufgelöst werden. Die Menschen sind in Wohnungen der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft untergebracht worden.

Einsatzkräfte werden seelsorgerisch betreut

Für den stundenlangen Lösch- und Rettungseinsatz kamen gut 30 Kameraden aus Grimma, Hohnstädt und Großbardau zum Einsatz. Einige Einsatzkräfte sind im Gerätehaus vom Kriseninterventionsdienst seelsorgerisch betreut worden.

Von Frank Schmidt

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