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Mitteldeutschland Lockerungen im Einzelhandel: Sachsen prüft kontrolliertes Shopping
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Lockerungen im Einzelhandel: Sachsen prüft kontrolliertes Shopping

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20:10 25.02.2021
Seit mehreren Wochen sind die Geschäfte in der Leipziger Innenstadt geschlossen. (Archiv)
Seit mehreren Wochen sind die Geschäfte in der Leipziger Innenstadt geschlossen. (Archiv) Quelle: Christian Modla
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Dresden

Sachsen erwägt eine behutsame Öffnung von Einzelhandelsgeschäften mit dem System „Click & Meet“. Kunden können dabei online einen Termin im Laden buchen und dann zur vereinbarten Zeit dort einkaufen. „Die Infektionszahlen fallen nicht mehr. Um eine verantwortungsvolle Perspektive zu bieten, kann ’Click & Meet’ eine Option sein. Dies prüfen wir, aber Vorsicht ist weiterhin das oberste Gebot“, twitterte Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag. Bisher ist in Sachsen für Geschäfte abseits des Grundbedarfs nur „Click & Collect“ möglich, wo man online bestellte Waren nach Absprache am Geschäft abholen kann.

Der Handelsverband Sachsen begrüßte es, dass sich die Regierung Gedanken über die Wiedereröffnung des seit mehr als zehn Wochen geschlossenen Einzelhandels mache. „Die Entscheidung zur Ermöglichung von ’Click & Meet’ wäre ein erster, wenn auch ein sehr kleiner Schritt“, so Hauptgeschäftsführer René Glaser.

Letztlich sei ein solches System nur für einen kleinen Teil des Handels interessant - etwa für beratungsintensive Branchen mit kleineren Verkaufsflächen. Ebenso wie das seit Februar erlaubte „Click and Collect“ könne ein Einkaufen nach Terminvergabe nicht die «existenziell prekäre» Situation lösen, so Glaser. Der Handel fordert daher ein Öffnungskonzept.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bestätigte gegenüber der LVZ, dass Sachsen das System „Click & Meet“ demnächst erlauben könnte. Es dürfe dabei aber nicht zu unkontrollierten Begegnungen auf Parkplätzen kommen, sagte der Regierungschef auf Nachfrage. Der Zutritt zu Geschäften müsse mit einem Termin kontrolliert erfolgen. Aufseiten der Verkäufer müsse zudem regelmäßig getestet werden, so Kretschmer. Wenn das eingehalten werde, könne das System eine Option sein, Vorsicht sei aber weiter das oberste Gebot.

FDP: Echte Öffnung statt „Click & Meet“

Der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst bezeichnete „Click & Meet“ als „Placebo für echte Öffnungsschritte im Einzelhandel“. Sobald es die Inzidenz regional zulasse, sollte man die Ladenöffnung mit strengen Hygienekonzepten erlauben. Stattdessen plane Sachsen ein „vollkommen unpraktisches bürokratisches Monstrum“, das besonders kleinere Einzelhändler überfordern würde: „Große Einzelhandelsketten können sicher vergleichsweise schnell eine Online-Plattform für ein Ticketsystem zum Einkaufsbummel auf die Beine stellen. Der kleine Einzelhändler kann das aber nicht.“ Eine Terminvergabe per Telefon oder E-Mail sei auch nicht realistisch.

Von LVZ/abö