Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Linke fordert CDU-Fraktion auf, sich von Ministerpräsident Kretschmer zu distanzieren
Region Mitteldeutschland Linke fordert CDU-Fraktion auf, sich von Ministerpräsident Kretschmer zu distanzieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:53 12.03.2018
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Nachdem sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag zur Causa Uwe Tellkamp und dessen Aussagen beim Streitgespräch mit Durs Grünbein geäußert hat, gibt es heftige Kritik von den Linken. Kretschmar hatte in einem Twitter-Post am Freitag Uwe Tellkamp als "willkommene kritische Stimme" bezeichnet und vor Sigmatisierungen gewarnt. Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag, sieht das wohl anders und forderte in einer Mitteilung am Montagmorgen die CDU-Fraktion auf, sich vom Ministerpräsidenten zu distanzieren. Gebhardt wirft Kretschmer Unterstützung von "Fake News" und einen Beitrag zur "Vergiftung" des Klimas in Sachsen vor.

Gebhart wörtlich: "Herr Tellkamp kann meinen und denken, was er will. Wenn aber jemand wie er öffentlich behauptet, 95 Prozent der Geflüchteten seien vom Motiv der Einwanderung in Sozialsysteme getrieben, dann ist das keine Meinungsäußerung, sondern mindestens eine falsche Tatsachenbehauptung, man kann auch sagen: üble Nachrede." Selbst wenn Tellkamp eine gewisse Narrenfreiheit zugebilligt werden würde, sei es völlig inakzeptabel, dass ein Ministerpräsident den Eindruck erwecke, er finde das Gesagte in Ordnung, ja sogar als allgemeine gesellschaftspolitische Diskussionsgrundlage verorte, sagte der Landespolitiker.

Anzeige

"Damit macht Kretschmer im Trump-Stil 'alternative Fakten', also Fake News, gesellschaftsfähig und stellt sich in eine Reihe mit den Hetztiraden auf Pegida-Kundgebungen", so Gebhardt weiter. Deshalb fordere er die CDU-Landtagsfraktion und ihren Vorsitzenden Frank Kupfer auf, sich von diesen Aussagen des Ministerpräsidenten, "die zur weiteren Vergiftung des Klimas in Sachsen beizutragen drohen", zu distanzieren.

sbu

Anzeige