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Mitteldeutschland Leipziger Urgestein Manfred Uhlig ist tot
Region Mitteldeutschland Leipziger Urgestein Manfred Uhlig ist tot
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14:16 25.07.2019
Der Leipziger Kabarettist und Entertainer Manfred Uhlig ist im Alter von 91. Jahren gestorben. Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Leipziger Kabarettist, Entertainer, Schauspieler, Humorist und Moderator bei Funk und Fernsehen, Manfred Uhlig, ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren. Das teilte der Fußballverein BSG Chemie Leipzig am Mittwochabend auf seiner Facebook-Seite mit.

Das Ur-Leipziger Original Uhlig war bis zuletzt ein treuer Fan des Vereins. Und auch bei Premieren der Leipziger Kabaretts war er häufig anzutreffen. Seine größte Liebe galt dem Radio, im Fernsehen moderierte er als einer der drei Dialektiker den legendären „Kessel Buntes“.

Manfred Uhlig gehörte einer Generation an, die keine Jugend hatte. Geboren wurde er am 2. September 1927 in Leipzig, „ein blöder Jahrgang“, wie er einmal sagte. Weil er und andere angehende Abiturienten des Leipziger Helmholtz-Gymnasiums 1944 die Schulbänke mit den Schalensitzen an der Flak tauschen mussten: „Luftwaffenhelfer - in Stellungen am Elsterflutbecken, dort, wo heute das Zentralstadion steht.“ Himmelfahrtskommando für 15- bis 17-Jährige. Passiert ist ihm zum Glück nichts.

Chemie trauert um Manfred Uhlig Heute erreichte uns die traurige Nachricht, dass Manfred Uhlig im Alter von 91 von uns...

Gepostet von BSG Chemie Leipzig am Mittwoch, 24. Juli 2019

Auf Umwegen zum Traumberuf

Uhlig wollte Schauspieler werden, bekam aber vom Arbeitsamt eine Stelle bei einer Firma in Lindenau vermittelt. Die druckt neben Lebensmittelkarten für halb Sachsen auch die Theater- und Opernkarten für ganz Leipzig. Der Chef ahnt die geheime Leidenschaft seines Mitarbeiters, zweigt manche Eintrittskarte für ihn ab und lässt seine Beziehungen spielen.

Der Rest ist Uhligs Sache: Aufnahmeprüfung bestanden, erfolgreiches Studium von 1948 bis 1950 an Leipzigs Musik- und Schauspielschule, dann Engagements in Naumburg und Wittenberg, die erste Rolle ist der Sigismund im „Weißen Rössl“. Das humoristische Fach liegt ihm, das Publikum liebt ihn. Wohl deshalb nutzt er 1955 ein Angebot am Schweriner Theater, dort gibt es das Kabarett Brennglas. „Kabarett, das hat mir richtig Spaß gemacht“, erinnerte sich Uhlig.

Große Liebe: Radio

1956 kommt er zurück in seine Heimatstadt und an die Pfeffermühle. Gleich das erste Programm der Saison, „Rührt euch!“, wird nach wenigen Aufführungen verboten. Ende der 50er beginnt er, auch für den Rundfunk zu arbeiten, kleine Kabarett-Muggen, aber auch das große „Leipziger Allerlei“ live aus der Kongreßhalle, mit dem Orchester Erich Donnerhack.

Das Radio wird zu Uhligs ganz großer Liebe, nachdem er als Antwort auf den Mauerbau vom 13. August 1961 das Kabarett an den Nagel hängt. „Ich bin zweimal verheiratet, mit meiner Frau seit 1955 und mit dem Rundfunk.“ Sein Meisterstück wird „Alte Liebe rostet nicht“. Nahezu 25 Jahre produzierte er mit Günter Hansel diese Sendung, in der Städte vor Ort in einer öffentlichen Veranstaltung für Radio DDR porträtiert wurden. Premiere war am 1. Mai 1965, die letzte Sendung lief im Oktober 1989.

„Die drei Dialektiker“

Auch im Fernsehen ist der Vielseitige präsent, so im legendären „Kessel Buntes“, der DDR-Vorzeige-Show. Die drei Dialektiker - Uhlig (Sachse), Horst Köbbert (Mecklenburger) und Lutz Stückrath (Berliner) - kratzen mit pfiffigen Moderationen am Lack des sozialistischen Alltags. Die Texte stammen von Autoren, vorwiegend aus der Redaktion der Satirezeitschrift Eulenspiegel. „Die ersten vier Folgen waren Spitze, bei der fünften ließ es nach, bei der sechsten schwächelte es, und nach der siebenten ging nach und nach der Ofen aus“, erinnerte sich Uhlig.

Ende 2014 hat Manfred Uhlig das Buch „Städtenamen verrückt - Eine humoristische Erklärung, wie Städte zu ihren Namen kamen“ (Weltbuch Verlag) veröffentlicht. Da war seine große Vergangenheit wieder ganz nah. Doch das war nicht nötig, denn unvergessen ist er seit langem. Und dabei bleibt es auch.

Von belo/LVZ

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