Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Leipziger Herzspezialisten sind spitze
Region Mitteldeutschland Leipziger Herzspezialisten sind spitze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:51 12.04.2019
Der Ärztliche Direktor Gerhard Hindricks (LHI) und Geschäftsführerin Diana Lohmann bei der Vorstellung des ersten Forschungs-berichts. Quelle: Foto: Christian Modla
Leipzig

Die Leipziger Herzforschung setzt international Maßstäbe. Das geht aus der Bilanz des ersten Forschungsberichts hervor, den das Herzzentrum Leipzig und das Leipzig Heart Institute (LHI) am Freitag in der Messestadt anlässlich der Frühjahrstagung präsentierten. Das LHI wurde 2015 als Forschungszentrum des Herzzentrums gegründet und wird jeweils zur Hälfte von diesem und von der Helios Kliniken GmbH getragen.

Wie der LHI-Geschäftsführer und Ärztliche Direktor des Herzzentrums, Professor Gerhard Hindricks, gegenüber der LVZ sagte, wurden 2018 nicht nur zwei Millionen Euro für die Forschung eingeworben, sondern darüber hinaus über 200 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht – auch international ein Spitzenwert. In Leipzig entstünden weltweit richtungsweisende Studien. „Wir sind damit die größte kardiovaskuläre klinische Forschungsschmiede in Deutschland“, bilanzierte Hindricks. Geschäftsführerin Diana Lohmann sagte: „Die Patienten des Herzzentrums sind die ersten, die von diesen Forschungsergebnissen profitieren.“

So zeigt beispielsweise die kürzlich auch im renommierten „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte CULPRIT-SHOCK-Studie unter Federführung von Professor Holger Thiele, Direktor der Klinik für Kardiologie, wie das Auftreten eines Nierenversagens bei einem Herzinfarkt mit kardiogenem Schock (Pumpversagen des Herzens) und damit die Sterblichkeit verringert werden kann. Die Leipziger Mediziner fanden heraus, dass dies möglich ist, indem ausschließlich das für den Infarkt verantwortliche Gefäß behandelt wird. Damit konnte die Sterblichkeit um acht Prozent gesenkt werden.

Thiele selbst sagt dazu: „Im Ergebnis konnten wir so einige Tausend Leben in Deutschland retten.“ 20 bis 25 Folgeprojekte sollen die Erkenntnisse nun noch weiter vertiefen. Insgesamt 83 Studienzentren aus elf europäischen Ländern waren daran beteiligt. Die EU förderte das Projekt mit sechs Millionen Euro. Im Ergebnis der Studie wurden dann 2018 die Leitlinien geändert, die Ärzte bei Entscheidungen unterstützen sollen. Thiele rechnet damit, dass auch von den aktuellen Studien vier bis fünf das Potenzial haben, diese Leitlinien zu verändern.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Untersuchungen im Bereich Transkatheter-Aortenklappenersatz (TAVI). Dabei wurden verschiedene Herzklappen miteinander verglichen und das schonendste Anästhesieverfahren bei Herzkatheter-Eingriffen untersucht. Herzzentrum und LHI gelten als größtes Zentrum für Klappeneingriffe weltweit.

Seit dem Mai 2018 läuft darüber hinaus mit RESET CRT das erste große Projekt, dass komplett industrieunabhängig und stattdessen mit finanzieller Hilfe der Barmer Krankenkasse umgesetzt wird. Gemeinsam mit dem Clinical Research Institute München und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein soll untersucht werden, ob Patienten mit einem Schrittmacher genauso gut versorgt sind wie mit Defibrillator mit Schockfunktion.

Neben der klinischen und präklinischen Forschung stehe am LHI auch der Bereich digitale Medizin mit den Themen Big Data, der Weiterbildung von Mitarbeitern und Versorgungsforschung im Fokus. Dabei geht es unter anderem darum, aus der Vielzahl der Daten Informationen zu ziehen, die dann nicht nur für eine bessere Medizin, sondern auch für eine bessere Wissenschaftsentwicklung genutzt werden können.

Dabei ist die Handelshochschule Leipzig (HHL) einer der Hauptpartner. Mit dem Leipziger Uniklinikum will Helios dort fünf wissenschaftliche Projekte der universitären Herzmedizin mit fünf Millionen Euro unterstützen. In einem neuen Forschungsvorhaben des Herzzentrums soll die Defibrillatortherapie auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei geht es um Daten aus ganz Europa, die zusammengeführt, neu analysiert und bewertet werden. Im Sommer soll die endgültige Entscheidung über das 20-Millionen-Euro-Projekt mit der EU fallen. „Wir werden es hoffentlich nach Leipzig holen können“, sagte Hindricks. Mit Hindricks und Thiele kommen gleich zwei Leitlinien-Vorsitzende in der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie aus dem Leipziger Herzzentrum – ein absolutes Novum. Herzerkrankungen stehen in Deutschland auf Platz 1 der krankheitsbedingten Todesursachen. Rund vier Millionen Menschen leiden an der koronaren Herzkrankheit. Am Herzzentrum Leipzig wurden 2018 rund 44 000 Patienten behandelt.

Von Roland Herold

Zwar verläuft die aktuelle Grippewelle deutlich milder als die vorangegangene schwere Epidemie. Aber die Zahl der Todesfälle in Sachsen ist mit 62 beachtlich. Insgesamt sind seit Saisonbeginn im Freistaat 21880 Influenza-Fälle übermittelt worden. Die meisten Erkrankungen wurden bisher in Leipzig und im Landkreis Leipzig registriert.

12.04.2019

Auf den ersten Blick zeigt der Trend bei den Verkehrsstraftaten im Freistaat in die richtige Richtung: Es gab 2018 weniger als im Jahr davor. Allerdings nehmen die Fallzahlen bei Trunkenheit und Geschwindigkeitsübertretungen merklich zu – und das trotz weniger Kontrollen.

12.04.2019

Einen zweiten City-Tunnel wird es vorerst nicht geben. Dafür erhält Leipzig eine neue Halle für internationale Großereignisse. Diese und weitere Projekte hat Sachsen nach Berlin geschickt – in der Hoffnung, dass sie Teil des 40 Milliarden Euro schweren Förderprogramms der vom Ausstieg aus der Braunkohle betroffenen Bundesländer werden.

12.04.2019