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Mitteldeutschland Leipziger Ex-Bundestagsmitglied Thomas Feist soll Beauftragter für jüdisches Leben werden
Region Mitteldeutschland Leipziger Ex-Bundestagsmitglied Thomas Feist soll Beauftragter für jüdisches Leben werden
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21:34 05.03.2019
Thomas Feist
Thomas Feist Quelle: Foto: André Kempner
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Dresden

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist (53) soll neuer Beauftragter der sächsischen Regierung für das jüdische Leben werden. Darauf habe sich das Kabinett am Dienstag verständigt, heißt es aus Regierungskreisen. Die offizielle Vorstellung des Leipzigers, der von 2009 bis 2017 im Bundestag gesessen hat, ist für Donnerstag vorgesehen.

Der Musik- und Kulturwissenschaftler war unter anderem Referent für interkulturelle Arbeit bei der evangelischen Landeskirche Sachsen und auch Vorsitzender des Bundesverbandes Kulturarbeit in der evangelischen Jugend. Zwischen 2010 und 2015 war Feist Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig.

Die Regierung hatte vor Kurzem im Landtag einen Beauftragten für jüdisches Leben angekündigt, der Präventions- und Interventionsarbeit koordinieren soll. Ein solcher Posten war zuvor von der Linksfraktion unter dem Titel Antisemitismus-Beauftragter gefordert worden. Der Antrag war allerdings von der schwarz-roten Koalition abgelehnt worden.

„Der neue Beauftragte wird nicht nur Ansprechpartner bei antisemitischen Vorfällen sein. Sondern er wird sich darüber hinaus um das jüdische Leben in unserer Gesellschaft kümmern, Dialoge zwischen den Kulturen anstoßen und moderieren“, erklärt Martin Modschiedler von der CDU-Fraktion. Im Bund gibt es seit dem vergangenen Jahr einen solchen Beauftragten, auch andere Bundesländer haben dieses Amt bereits eingeführt.

Darüber hinaus hat das sächsische Kabinett am Dienstag auch eine Aufstockung der Gelder für jüdische Gemeinden im Freistaat beschlossen. In diesem und im nächsten Jahr werden laut Staatsvertrag jeweils 1,07 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, das sind jeweils 120 000 Euro mehr als bislang. Das Geld sei vor allem für die Ausstattung der Rabbiner gedacht.

Die drei jüdischen Gemeinden in Chemnitz, Dresden und Leipzig haben rund 2600 Mitglieder, die Hälfte davon in Leipzig. „Wir kämpfen darum, dass wir stabil bleiben“, hatte die Vorsitzende des Landesverbandes, Nora Goldenbogen, unlängst gesagt. Der Zuzug von Spätaussiedlern aus Ländern der früheren Sowjetunion hatte das jüdisches Leben in den neunziger Jahren wiederbelebt.

Von Andreas Debski