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Mitteldeutschland Leipzig will Sitz von milliardenschwerer Super-Agentur für Neuentwicklungen werden
Region Mitteldeutschland Leipzig will Sitz von milliardenschwerer Super-Agentur für Neuentwicklungen werden
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09:07 29.07.2019
Rafael Laguna de la Vera (55), der in Leipzig geborene Gründungsdirektor der neuen Agentur für Sprunginnovationen. Quelle: Open-Xchange GmbH
Leipzig

Leipzig will den nächsten Coup bei der Ansiedlung von Bundeseinrichtungen landen. Nach dem Zuschlag für das Bundesfernstraßenamt (April 2018) kämpfen Freistaat und Stadt jetzt darum, die gemeinsam vom Bundesforschungs- und Bundeswirtschaftsministerium gegründete Agentur für Sprunginnovationen mit ihrem Hauptsitz in die Sachsen-Metropole zu holen. Als „Sprunginnovationen“ gelten Erfindungen, die die Welt bahnbrechend verändert haben – wie die Dampfmaschine, die E-Mail oder das MP3-Format.

Starke Impulse für Wirtschaft und Wissenschaft

Die Bundesregierung will mit der Innovations-Agentur neuen Erfindungen „Made in Germany“ zum weltweiten Durchbruch und Markterfolg verhelfen und erhofft sich davon starke Impulse für Wirtschaft und Wissenschaft. Ausgestattet wird die Innovations-Agentur mit üppigen Bundesmitteln.

In der geplanten Laufzeit von mindestens zehn Jahren soll eine Milliarde Euro fließen, im Bundeshaushalt 2019 und im Regierungsentwurf für 2020 bis 2022 stehen bereits Mittel von knapp 150 Millionen Euro zur Verfügung. Noch unklar ist dagegen, in welcher Größenordnung sich die mit der neuen Innovations-Agentur verbundenen Jobs bewegen.

Gründungsdirektor hat sächsische Wurzeln

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Leipzigs OBM Burkhard Jung (SPD) haben sich vor diesem Hintergrund per Brief an Gründungsdirektor Rafael Laguna de la Vera gewandt. Sie werben darin explizit für die Ansiedlung der Innovations-Agentur an der Pleiße. „Leipzig hat sich als bundesweit nachgefragter Standort im Start-up-Bereich entwickelt. Davon zeugt nicht zuletzt der Smart Infrastructure HUB Leipzig“, heißt es im Brief, der lvz.de vorliegt und der mit einer Einladung abschließt. Zudem verweisen Kretschmer und Jung auf die schnelle Erreichbarkeit der Stadt, ihre gute Anbindung, die hohe Lebensqualität und auf „freundliche und weltoffene Menschen“. Außerdem gebe es mit den Seen ein attraktives Umland.

Einladungsschreiben an Gründungsdirektor Rafael Laguna de la Vera (151,2 kB)

In ihrem Schreiben spielen sie auch direkt auf die sächsischen Wurzeln von Laguna de la Vera an und laden den IT-Manager zu einem Besuch in seiner Geburtsstadt ein. Der 55-jährige weltweit erfolgreiche Software-Unternehmer, Mitgründer und Chef der Open-Xchange AG (Hauptsitz in Olpe/Sauerland, 270 Mitarbeiter, 45 Millionen Euro Umsatz) kam 1964 als Kind eines spanischen Vaters und einer DDR-Mutter in der Leipziger Frauenklinik zur Welt und lebte zehn Jahre in Pegau im Leipziger Südraum. 1974 siedelte er mit seinen Eltern in den Westen um. In seiner ersten Reaktion gegenüber lvz.de zeigte er sich hocherfreut über den Bewerbungsbrief aus seiner Heimat. „Ich werde natürlich mit Regierungsvertretern nach Leipzig kommen", teilte er aus dem Urlaub mit. „Mir ist das Herz aufgegangen, als ich diese Einladung bekommen habe.“

Laguna de la Vera wurde Mitte Juli von einer Auswahlkommission auf den Posten berufen, noch in der Sommerpause soll die neue Bundesagentur als GmbH in das Handelsregister eingetragen werden und ihre Arbeit aufnehmen. Die Entscheidung über den Sitz treffen die beiden federführenden Bundesministerien und der Gründungsdirektor. Neben Leipzig sind Berlin und Potsdam als Kandidaten dabei. Laguna de la Vera machte gegenüber lvz.de klar, dass noch alles offen sei. „Das Rennen ist noch nicht gemacht, ich will das Beste für die Agentur.“

Von André Böhmer

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