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Mitteldeutschland Angriff auf Rechtsextremen in Leipzig-Gohlis: Weitere Anklage gegen Lina E.
Region Mitteldeutschland

Leipzig: Lina E. mit weiterer Anklage - Angriff auf Rechtsextremen in Gohlis

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13:30 09.08.2021
Ein aus Solidarität mit Lina E. gesprühtes Graffito an einem Haus in Leipzig-Connewitz.
Ein aus Solidarität mit Lina E. gesprühtes Graffito an einem Haus in Leipzig-Connewitz. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Bereits seit Anfang November sitzt die Leipzigerin Lina E. in Chemnitz in Untersuchungshaft. Nun hat die Bundesanwaltschaft vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Dresden (OLG) eine weitere Anklage gegen die ursprünglich aus Kassel stammende Studentin erhoben. Ihr wird vorgeworfen, am 2. Oktober 2018 gemeinsam mit drei weiteren Verdächtigen im Leipziger Stadtteil Gohlis ein Mitglied der rechten Szene angegriffen zu haben. Laut Anklage habe die Gruppe das Opfer am frühen Morgen vor seiner Wohnung abgefangen und mit Tritten zu Boden gebracht. Dort sei weiter auf den Mann eingeschlagen und eingetreten worden und Pfefferspray zum Einsatz gekommen. Das Opfer habe Verletzungen im Gesicht und einen Kniescheibenbruch erlitten. Torsten Umbach, Richter am OLG, bestätigte auf Nachfrage von LVZ.de den Eingang der Klage. Über die Zulassung der bisherigen Anklagen gegen Lina E., werde das Gericht zeitnah entscheiden. In diesem Zusammenhang werde auch ein möglicher Prozessbeginn festgelegt.

Vorwurf: Beteiligung an mehreren körperlichen Angriffen

Gegen Lina E. und drei weitere mutmaßliche Linkextremisten liegen seit dem 14. Mai Anklagen beim Oberlandesgericht vor. Neben der Beteiligung an körperlichen Übergriffen auf vermeintliche Rechtsextreme unter anderem in Eisenach und Leipzig-Connewitz, bei denen es laut Bundesanwaltschaft zu teilweise „erheblichen, potenziell lebensgefährliche Verletzungen“ gekommen sei, geht es auch um die Mitgliederschaft in einer kriminellen Vereinigung. Lina E. soll dabei als Planerin und Anführerin eine herausgehobene Stellung zugekommen sein.

Unterstützerinnen und Unterstützer aus der linken Szene sowie die Verteidigung von Lina E. kritisierten unter anderem die Dauer der Untersuchungshaft sowie die öffentliche Darstellung der Angeklagten durch die Ermittlungsbehörden. Hintergrund: Nach ihrer Festnahme wurde die Verdächtige medienwirksam mit einem Hubschrauber von vermummten Elitepolizisten zunächst nach Karlsruhe geflogen.

Mehr zum Thema: Wer ist die Connewitzerin Lina E.?

Das Protestbündnis „Wir sind alle LinX“ mobilisiert aktuell bundesweit für eine Demonstration am 18. September in Leipzig. Im Aufruf für die Versammlung wird auch die Solidarität mit Lina E. bekräftigt.

Von anzi