Lehrer und Schüler im Landkreis Zwickau fordern Ausrufung des Katastrophenfalls
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Lehrer und Schüler im Landkreis Zwickau fordern Ausrufung des Katastrophenfalls

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10:33 08.12.2021
In den sächsischen Schulen werden Kinder und Jugendliche seit Beginn des Schuljahres dreimal wöchentlich auf Infektionen getestet.
In den sächsischen Schulen werden Kinder und Jugendliche seit Beginn des Schuljahres dreimal wöchentlich auf Infektionen getestet. Quelle: dpa
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Zwickau

Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen auch unter Kindern und Jugendlichen im Landkreis Zwickau rufen Lehrer- und Schülerschaft Landrat Christoph Scheurer (CDU) dazu auf, den Katastrophenfall auszurufen. „Die Aufrechterhaltung eines regulären Schulbetriebs im Landkreis Zwickau erscheint angesichts der dramatischen Zunahme an täglichen Infektionsfällen immer fraglicher“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an Scheurer, der von den Personalräten aus 14 Schulen sowie vom Kreisschülerrat unterzeichneten wurde.

„Wir müssen feststellen, dass das zuständige Gesundheitsamt seine Arbeitsfähigkeit zur effektiven Bekämpfung der Corona-Pandemie immer mehr einbüßt. Infizierte werden nur noch verzögert registriert, Kontaktpersonen nicht oder verspätet in Quarantäne geschickt, deren Umsetzung kaum noch kontrolliert. Von einer adäquaten personellen Ausstattung zur Bewältigung dieser Notlage kann keine Rede mehr sein“, so die Schilderung aus Sicht der Pädagogen und Lernenden.

Sollte sich Scheurer dazu entschließen, den Katastrophenfall für den Landkreis Zwickau auszurufen, könnten für das Gesundheitsamt in der Region zusätzliche Personalkapazitäten geschaffen werden und damit Entscheidungsprozesse beschleunigt werden, hoffen Lehrer- und Schülerschaft. „Nur dadurch wird ein geregelter Schul- und Bildungsalltag weiterhin möglich sein“, heißt es weiter in dem Brandbrief.

Krisenstäbe koordinieren Maßnahmen im Katastrophenfall

Nach Ausrufen des Katastrophenfalls werden in den betroffenen Regionen Krisenstäbe gebildet, die Entscheidungen koordinieren und Ressourcen gezielt einsetzen. Zudem stellt der Bund den Ländern in der Regel zusätzliche Mittel bereit und kommen in der Regel verstärkt auch Mitarbeitende des Technisches Hilfswerks (THW) zum Einsatz.

Um die Isolation von Corona-Fällen in Schulen zu vereinfachen und von der Einschätzung durch die überlasteten Gesundheitsämter unabhängiger zu machen, können Schulleiterinnen und Schulleiter laut neuer Maßgaben aus dem Kultusministerium seit Montag auch eigenständig Betroffene nach Hause schicken und häusliche Lernzeit anordnen.

Am Dienstag waren im Landkreis Zwickau aufgrund von Corona-Ausbrüchen 24 Bildungseinrichtungen teilweise und vier vollständig geschlossen worden. Laut Robert-Koch-Institut wurden allein in der vergangenen Woche knapp 800 Neuinfektionen unter Kindern und Jugendlichen bis 19 Jahren registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe lag zuletzt bei 1600.

Von Matthias Puppe

08.12.2021
08.12.2021