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Mitteldeutschland Landesbischof Rentzing legt Amt nieder
Region Mitteldeutschland Landesbischof Rentzing legt Amt nieder
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11:18 12.10.2019
Landesbischof Carsten Rentzing will sein Amt zur Verfügung stellen. Quelle: André Kempner
Dresden

Überraschende Entscheidung: Nach der wochenlangen Diskussion um seine Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung und Auftritte bei fragwürdigen Veranstaltungen hat Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing seinen Rücktritt erklärt.

Auftritt in der Berliner „Bibliothek des Konservatismus“

Er sei angetreten „mit dem Wunsch, die verschiedenen Positionen innerhalb der Landeskirche wieder einander näher zu bringen“, hieß es am Freitag in einer Erklärung. Sein oberstes Ziel „war und ist die Einheit der Kirche“. Er müsse jedoch „mit großem Bedauern feststellen, dass die aktuelle Diskussion um meine Person diesem Ziel schadet“. Die Debatte sei nicht nur für ihn „persönlich, sondern auch für die gesamte Kirche derzeit eine Belastung“. Weiter hieß es in der Erklärung: „Um Schaden von meiner Kirche abzuwenden, habe ich mich entschieden, mein Amt zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen.“

Rentzing steht seit 2015 an der Spitze der sächsischen Landeskirche. Er lehnt unter anderem die Segnung homosexueller Paare ab. Rentzing hatte sich vor einer Woche von einem Auftritt in der Berliner „Bibliothek des Konservatismus“ vor sechs Jahren distanziert. Es sei offensichtlich, dass die Einrichtung zum rechten Spektrum gehöre, sagte er laut dem Evangelischen Pressedienst epd in einem Interview. Dies sei ihm damals „nicht so deutlich bewusst gewesen wie es sich heute darstellt“. Nationalistisches, antidemokratisches und extremistisches Denken sei ihm sein ganzes Leben lang „immer fremd geblieben“, betonte der Bischof.

Sächsische Christen, darunter mehrere Pfarrer, hatten zuvor bereits am 27. September eine Online-Petition an Rentzing gerichtet. Darin forderten sie den Bischof auf, sich von dem Vortrag von 2013 in der Bibliothek zu distanzieren, die der Neuen Rechten zuzuordnen sei. Zugleich verlangten die Autoren eine Stellungnahme, warum er bis heute Mitglied in der schlagenden Studentenverbindung „Alte Prager Landsmannschaft Hercynia“ sei. Auch forderten sie von Rentzing „eine öffentliche und deutliche Distanzierung von allen nationalen, antidemokratischen und menschenfeindlichen Ideologien“.

Er „stehe für konservative Positionen und Werte“

Die Petition hat bislang mehrere Hundert Unterzeichner. Zur Petition selbst äußere er sich nicht, nehme aber „schmerzhaft zur Kenntnis, dass die Spaltung der Gesellschaft auch vor der Kirche nicht haltmacht“, betonte Rentzing. Die Erstunterzeichner habe er zu einem Gespräch eingeladen. Der Verbindung gehöre er formell weiter an, da in jener Zeit Freundschaften entstanden seien, die ihm bis heute wichtig seien.

Am Freitag erklärte der Bischof laut der Mitteilung aus der Landeskirche, er „stehe für konservative Positionen und Werte“, die er in einem „langen Entwicklungsprozess für mich als richtig erkannt“ habe. Rentzing: „Dabei war die Begegnung mit Jesus Christus und mein Glaube für mich prägend.“ Der Weg in die Kirche habe ihn verändert. „Positionen, die ich vor 30 Jahren vertreten habe, teile ich heute nicht mehr.“

Rentzing erklärte weiter: „Meine Landeskirche, alle die in ihr Dienst tun und alle Gemeindeglieder bitte ich aufeinander zu zugehen. Unsere Kirche steht gegenwärtig vor großen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam bewältigen können.

Von mb

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