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Mitteldeutschland Kopfnoten ja oder nein? Kretschmer lobt sie - Debatte hält an
Region Mitteldeutschland Kopfnoten ja oder nein? Kretschmer lobt sie - Debatte hält an
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21:04 08.10.2019
Kopfnoten ja oder nein? Nach dem Urteil des Dresdner Verwaltungsgerichts muss das Schulgesetz geändert werden, wenn weiterhin Kopfnoten vergeben werden sollen. Die Entscheidung hat eine Debatte ausgelöst. Quelle: dpa
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Dresden

Nach dem Urteil des Dresdner Verwaltungsgerichtes, wonach Kopfnoten in Sachsen rechtswidrig sind, hat Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sich für die umstrittene Benotung ausgesprochen. „Ich bin ein großer Befürworter der Kopfnoten, denn wir wollen nicht nur fachliche Bildung, sondern auch soziale Bildung“, schrieb er am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Deshalb werden wir notwendige Rechtsmittel einlegen und dafür sorgen, dass es dieses wichtige Instrument auch in der Zukunft gibt.“

Das Dresdner Verwaltungsgericht hatte am Montag entschieden, dass Kopfnoten nur zulässig seien, wenn der Gesetzgeber eine entsprechende Regelung im Schulgesetz getroffen habe. Eine solche Regelung gebe es bislang nicht.

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Die Junge Union Sachsen & Niederschlesien sprach sich am Dienstag für Kopfnoten aus. Sie seien ein wichtiger Indikator für die Einschätzung sozialer Kompetenzen der Bewerber, teilte Landesvorsitzender Florian Oest mit. Der Schülerrat Sachsens steht dagegen zur Entscheidung der Richter. Beim Erstellen von Kopfnoten werde eine sehr subjektive Persönlichkeitsbewertung von Schülern vorgenommen, teilte er mit. Dadurch entstünde ein falsches Bild des individuellen Sozialverhaltens.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hatte kurz nach der Entscheidung der Richter am Montag angekündigt, das Urteil beim Oberverwaltungsgericht Bautzen prüfen zu lassen. Auch beim sächsischen Handwerk sowie beim Lehrerverband war das Urteil auf Unverständnis gestoßen. Er forderte vom Gesetzgeber, Rechtssicherheit herzustellen.

Von RND/dpa

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