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Mitteldeutschland Kiep it real: Ein Rucksack, der in der Oberlausitz wächst
Region Mitteldeutschland Kiep it real: Ein Rucksack, der in der Oberlausitz wächst
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16:06 27.06.2019
So sieht der Prototyp des neuen Rucksacks "Made in Oberlausitz" aus. Die Markteinführung ist im Winter geplant. Quelle: PR/Laba
Görlitz

Sengende Hitze, pralle Sonne, trockene Böden – ganz Deutschland spricht derzeit über die Klimakrise. Ein junges Modelabel aus Görlitz ist da inzwischen schon ei­nen Schritt weiter, will nicht nur reden, sondern auch handeln – und plant in Kürze ei­nen Rucksack auf dem Markt zu bringen, der allen voran aus einem nachhaltigen und in der Oberlausitz wachsenden Rohstoff ge­fertigt wird – und zu­dem eine Brücke in die Historie schlägt.

Seit 2016 produziert und vertreibt die Marke Laba Kleidung und andere Dinge, die einerseits einen Bezug zu der zweisprachigen Re­gion ha­ben und hinter de­nen zu­gleich ein nachhaltiger Ansatz steckt. Nun haben die Ma­cher die in der Oberlausitz traditionelle Weiden-Kiepe aus der Versenkung geholt und durch eine neue Interpretation den modernen Bedürfnissen angepasst. Geblieben ist dennoch das rustikale Erscheinungsbild, der diesen Rucksack al­lein optisch zum Hingucker macht.

Das Innenleben ist den modernen Erfordernissen angepasst. Das dort verarbeitete Leinen wird aus Neukirch/Oberlausitz geliefert. Quelle: PR/Laba

Vor hundert Jahren, so erklärt es Laba-Gründer Gerhard Zschau, ha­ben die Menschen die einfach ge­baute Kiepe als Transportmittel für Reisig, Heu, Holz, Obst und Gemüse genutzt. Künftig können die Nutzer dort Laptop und die Mate-Limo-Flasche einpacken. Einen Namen für den Oberlausitz-Rucksack gibt es auch schon: Kiep it real – ein simples Wortspiel, das das Erzeugnis und den Anspruch daran vereint.

„Der Kiep it real ist ein Produkt, das durch den rasch nachwachsenden Bio-Rohstoff Weide Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität lebt“, er­klärt Gerhard Zschau. Im Inneren ist die Kiepe mit feinem Halbleinen ausstaffiert, das mittels einer speziellen Webtechnik ein spezifisches Muster aufweist. Im Deckel der Kiepe ist wasserundurchlässiges Leinen verarbeitet, das die verstauten Dinge bei Regen schützt. Bis zur voraussichtlichen Markteinführung im Winter sollen zudem noch die am Prototyp verbauten Polyester-Gurte durch eine Naturfaser ersetzt werden, kündigt Gerhard Zschau an.

Wie die Weide ist auch das Leinen ein Produkt aus der Oberlausitz, wird handwerklich erzeugt und weiterverarbeitet in Neukirch. „Die äu­ßerst kurzen Produktions- und Verarbeitungswege schonen Mensch und Klima“, sagt Laba-Inhaber Gerhard Zschau, der in dem Rucksack „Made in Oberlausitz“ ein radikales Statement für eine le­benswerte Zu­kunft sieht.

Die Gurte des Tragesystems sind beim Prototyp noch aus Polyester – bis zur Markteinführung sollen diese noch durch eine Naturfaser ersetzt werden. Quelle: PR/Laba

Gerade beim Thema Mode, so er­­klärt der Görlitzer, können Verbraucher und Hersteller viel tun, um in der Klimakrise gegenzusteuern: „Rückgriffe auf fair oder lokal produzierte Waren helfen hierbei schon sehr, CO2-Emissionen und den Pestizid-Einsatz zu senken. Zu­dem werden solche Güter unter deutlich besseren Arbeitsbedingungen hergestellt – wo wir dann auch ganz schnell beim Thema ,Fluchtursachen abbauen’ wären.“

Die Marke Laba war einst aus dem Blog „Lauter Bautz’ner“ entstanden und zunächst in Berlin an­gesiedelt – bis es dessen Gründer nach Görlitz zog. Zum An­gebot zählen Kleidungsstücke wie T-Shirts, Beutel, aber auch Sticker oder ein in der Oberlausitz getöpferter Keramik-Kaffeefilter. Mit dem Verkauf der Produkte unterstützt das Label auch verschiedene Vereine in der Region, wie etwa die Oberlausitzer Tafel in Zittau, ein Reparaturcafé in Bautzen – aber auch die Seenotretter von Mission Lifeline in Dresden.

http://laba.de

Von Sebastian Kositz

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