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Mitteldeutschland Keine Zeugenhinweise zu Silvesterrandale in Leipzig-Connewitz
Region Mitteldeutschland Keine Zeugenhinweise zu Silvesterrandale in Leipzig-Connewitz
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14:04 06.01.2020
Polizisten zwischen hunderten Menschen am Connewitzer Kreuz: Nach den Krawallen in der Silvesternacht sind bislang keine Zeugenhinweise bei der Polizei eingegangen. Quelle: Sebastian Willnow/dpa
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Leipzig/Dresden

Der Zeugenaufruf der Polizei zu den Silvesterausschreitungen am Connewitzer Kreuz in Leipzig hat bislang keinerlei Hinweise ergeben. Es habe sich niemand gemeldet, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), Tom Bernhardt, am Montag in Leipzig. Das sei für die Ermittler nicht unbedingt überraschend. Bei Ermittlungen zu mutmaßlich linksextremen Straftaten seien Hinweise regelmäßig dünn gesät. Das LKA hatte den Zeugenaufruf am 2. Januar veröffentlicht.

Am Connewitzer Kreuz hatten sich laut Polizei in der Silvesternacht mehr als 1000 Menschen versammelt. Nach Mitternacht eskalierte die Situation. Ein 38 Jahre alter Polizist wurde schwer am Ohr verletzt und mehrere Tage lang im Krankenhaus behandelt. Die Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass es sich bei den Angreifern um Linksextremisten handelt. Dazu, wer den Beamten verletzt hat, laufen Ermittlungen. Der Tatverdacht lautet auf versuchten Mord.

Gewaltsamer Jahreswechsel: Mehrere Polizisten wurden bei den Krawallen von Linksautonomen am Connewitzer Kreuz verletzt. Die Foto-Dokumentation einer Gewaltnacht.

Rößler: Attacke „gegen demokratischen Rechtsstaat“

Am Montag verurteilte auch Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler die Attacke bei seinem Neujahrsempfang im Parlament. „Wer Polizisten, Rettungskräfte oder Volksvertreter attackiert, ihnen gar versucht das Leben zu nehmen, der wendet sich gegen unseren demokratischen Rechtsstaat“, sagte Rößler.

Die Staatsanwaltschaft führt nach den Silvesterkrawallen insgesamt 14 Strafverfahren. Gegen vier Tatverdächtige im Alter von 27, 29, 30 und 32 Jahren ergingen Haftbefehle. Am Wochenende war auf dem linken Szeneportal Indymedia ein anonymes Posting aufgetaucht, in dem die Polizei verhöhnt und beschimpft wird. Das Vorgehen der Beamten und die Informationspolitik im Nachgang wurden auch politisch kontrovers diskutiert. Die Linke in Sachsen kritisierte die Öffentlichkeitsarbeit der Leipziger Polizei. Die SPD warnte vor einer Instrumentalisierung der Attacke.

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Von LVZ