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Mitteldeutschland Keine Drogen im Fernseher: JVA’s in Sachsen führen transparente Geräte ein
Region Mitteldeutschland Keine Drogen im Fernseher: JVA’s in Sachsen führen transparente Geräte ein
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19:56 07.12.2019
In der JVA Torgau kommen nun durchsichtigte Küchengeräte zum Einsatz. Quelle: Christian Wendt
Torgau

Handys und Drogen in Elektrogeräten – Inhaftierten in mindestens zwei Justizvollzugsanstalten (JVA) in Sachsen soll das Verstecken von Gegenständen in Zukunft deutlich schwerer gemacht werden. Denn: Fernseher, Wasserkocher und Co. wird es in den Einrichtungen in Torgau und Zeithain bald in durchsichtiger Ausführung geben. Der transparente Look soll die Arbeit der Sicherheitsleute erleichtern. „Ich möchte nicht sagen, dass es besonders oft vorkommt, dass Inhaftierte zum Beispiel Handys oder Drogen verstecken. Aber in einer JVA ist Sicherheit immer ein Thema und wir wollen dem grundsätzlich entgegen wirken“, so Erico Anselmi, Anstaltsleiter in Torgau. Bisher seien baubedingte Hohlräume in handelsüblichen Geräten mit einer Blombe versiegelt worden. Wurde die durchbrochen, fiel das bei der Kontrolle auf. Diesen Schritt spare man sich jetzt – stattdessen hätten Justizvollzugsbeamte direkt den „Durchblick“.

Justizbeamte sollen direkten Durchblick haben

Ob die neue Gestaltung Schule macht, kann man im sächsischen Justizministerium noch nicht voraussagen. „Die Entscheidung ist grundsätzlich Sache der einzelnen Anstalten“, heißt es von Sprecher Sebastian Hecht. Es habe zu dem Thema aber bereits ein Austausch zwischen den Leitern der Justizvollzugsanstalten und dem Ministerium stattgefunden. Letzteres halte die Maßnahme für sinnvoll: „Wir begleiten das positiv, da dadurch ein Beitrag zur Sicherheit geleistet werden kann“, so Hecht. Neben Torgau seien die Änderungen auch in der JVA Zeithain veranlasst worden.

Inhaftierte können neue Geräte kaufen und mieten

„Auf dem Produktmarkt hat sich einiges getan“, sagt Anstaltsleiter Anselmi. Davon profitiere man jetzt in Torgau. Die JVA habe für den Bezug der transparenten Plastikteile eine Ausschreibung veröffentlicht und kooperiere nun mit einer Spezialfirma aus den Niederlanden. Diese verleihe ihre Fernseher – für 5,90 Euro im Monat – direkt an die Insassen. „Es ist neu, dass TV-Geräte auch gemietet werden können“, so Anselmi. Diese hätten vorher – wie andere Gegenstände des Alltags auch – für handelsübliche Preise käuflich erworben werden müssen. Für Radiowecker, Wasserkocher und Ventilatoren aus dem neuen Material gelte das immer noch. „Auch hier entsteht der Kaufvertrag unmittelbar zwischen der Firma und den Inhaftierten“, erklärt Anselmi. Der JVA würden so keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Von Hanna Gerwig

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