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Mitteldeutschland Kämpfer und Wahlverlierer: Mike Mohring kann zum Regierungsmacher werden
Region Mitteldeutschland Kämpfer und Wahlverlierer: Mike Mohring kann zum Regierungsmacher werden
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21:31 27.10.2019
Geht da noch was? Mike Mohring (CDU, links) und Bodo Ramelow (Linke) in einem Wahlstudio im Landtag. Quelle: Martin Schutt/dpa
Erfurt

Irgendwie hatte Mike Mohring in den vergangenen Tagen immer ein Lächeln im Gesicht. Das verging ihm am Wahlabend. Mohring wirkte enttäuscht, die CDU blieb nach den Hochrechnungen mit ihrem schlechtesten Ergebnis seit 30 Jahren ohne eigene Regierungsoption. „Zwei Kämpfe muss ich diese Jahr bestehen“, hatte Mohring gesagt, als er kurz nach einer schweren Krebserkrankung im Frühjahr erstmals zum Spitzenkandidaten der langjährigen Regierungspartei CDU gewählt wurde. „Einen, den gegen den Krebs habe ich gewonnen.“

Wahrscheinlich gab das dem ehrgeizigen 47-Jährigen die Kraft, einen schwierigen, polarisierten Wahlkampf durchzustehen - und politisch zu verlieren. Wer eine solche Krankheit durchgemacht habe und trotzdem in einen Wahlkampf gehe, verdiene großen Respekt, lobte die Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer.

Politisch sieht sich Mohring, der seit 2008 CDU-Fraktionschef ist, in der Mitte. Er ist jemand, der gern mal austeilt - zeitweise attackierte er Kanzlerin Angela Merkel, gern auch die Thüringer SPD. Die Sozialdemokraten fühlten sich so verletzt, dass sie auch wegen Mohring 2014 keine Neuauflage von Schwarz-Rot mehr wollten.

Die Krankheit habe ihn verändert, sagt Mohring. „Ich sehe die Dinge reflektierter, gelassener. Ich versuche, mich stärker in andere hineinzuversetzen.“ Das könnte ihm in den kommenden Tagen helfen, wenn es darum geht, Thüringen vor der Unregierbarkeit zu bewahren. Die Linke hat die Wahl zwar furios gewonnen, Rot-Rot-Grün aber eine eigene Mehrheit verloren. Der neue Mohring könnte gefragt sein, nach Kompromissen zu suchen.

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Geboren und aufgewachsen ist er in der Kreisstadt Apolda. Er ist ein Wendekind - bereits als Gymnasiast engagierte er sich politisch. Bis 1993 war er in der Bürgerrechtsbewegung Neues Forum aktiv. Er habe mit Kerzen bei Demonstrationen gestanden, erzählte er immer wieder im Wahlkampf.

Dann orientierte er sich neu: 1993 trat er in die CDU ein. Sein politisches Talent wurde gefördert, unter anderem von der damaligen Ministerin und späteren Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. 1999 saß Mohring bereits im Landtag, wo er sich zunächst als Finanzpolitiker profilierte. 2004 übernahm er für vier Jahre den Job als CDU-Generalsekretär in Thüringen - eine Zeit, in der sich Mohring auch als politisches Raubein einen Namen machte.

Von Simone Rothe, dpa

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