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Mitteldeutschland Jenaer Forscher werden in Leipzig für neuen Tuberkulose-Wirkstoff ausgezeichnet
Region Mitteldeutschland Jenaer Forscher werden in Leipzig für neuen Tuberkulose-Wirkstoff ausgezeichnet
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19:48 27.06.2019
Die Sieger des IQ-Innovationspreises Mitteldeutschland 2019 (v.l.n.r.): Steffen Wittmann (Haplia), Dr. Julia Dreisbach (Uniklinik München), Florian Kloss (Hans-Knöll-Institut) und Uwe Müller (Haplia). Quelle: Tom Schulze
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Leipzig

Wissenschaftler aus Jena haben einen neuen Wirkstoff gegen Tuberkulose entdeckt – und erhielten dafür in Leipzig nun den IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland. Am Donnerstag wurde das Jeaner Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie mit dem mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis ausgezeichnet.Die Preisverleihung erfolgte am Donnerstagabend vor 300 Gästen im Paulinum der Uni Leipzig.

„Der neue Wirkstoff gegen multiresistente Formen der Tuberkulose gibt Millionen Menschen weltweit, die von der gefährlichen Infektionskrankheit bedroht sind, eine hoffnungsvolle Perspektive“, begründete Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland, die den Preis ausgelobt hatte, die Entscheidung der Jury.

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Zudem handle es sich um ein „deutschlandweit einzigartiges Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaftlern und Unternehmen“, das erst durch die öffentliche Finanzierung durch das Bundesforschungsministerium und den Freistaat Thüringen möglich worden sei. „Dieses Modell könnte zum Vorbild bei der Entwicklung neuer Medikamente besonders für ärmere Regionen der Welt werden.“

Bei Entwicklung des neuen Wirkstoffs BTZ 043 hatte das Jeaner Hans-Knöll-Institut, das die hochwirksame Substanzklasse entdeckt hatte, mit der Uniklinik München und dem mittelständischen Pharmahersteller Haplia aus Gera zusammengearbeitet. Den Forschern zufolge ist der inzwischen patentierte Wirkstoff hoch wirksam, hat aber anders als Breitband-Antibiotika keinerlei Nebenwirkungen. Noch in diesem Jahr soll eine sogenannte Phase-II-Studie starten, um die Wirksamkeit an Patienten zu belegen.

Von Frank Johannsen