Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Jäger mit Rekordbeute – Mehr Wildschweine und Waschbären erlegt
Region Mitteldeutschland Jäger mit Rekordbeute – Mehr Wildschweine und Waschbären erlegt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:34 15.07.2018
Bei Jagden wurde so viel Wild wie noch nie zuvor erlegt. Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Sachsens Jäger haben in der vergangenen Saison zwanzigmal mehr Waschbären erlegt als vor zehn Jahren. Nach Angaben des Umweltministeriums in Dresden töteten sie zwischen Anfang April 2017 und Ende März 2018 insgesamt 15.443 der Tiere, die sich auch in die Städte und deren Umfeld ausbreiten. Damit habe sich diese „Jagdstrecke“ gegenüber der Vorsaison weiter erhöht – um 38 Prozent. Die Jäger waren ebenso erfolgreich bei der Dezimierung des Schwarzwildbestandes, was den Angaben nach das Risiko für einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest senken hilft.

Auch die Gesamtstatistik zeugt von einer Rekordbilanz. „Es wurde so viel Wild wie noch nie zuvor erlegt“, sagte ein Ministeriumssprecher. Für 2017/2018 stehen insgesamt 131.147 Tiere zu Buche – gut 12.700 mehr als in der Vorsaison. Dabei wurde vor allem mehr Schwarzwild ins Visier genommen, und mit 45.318 Wildschweinen im Vergleich zur Vorsaison gut ein Drittel mehr erlegt.

Anzeige

Mit Blick auf das Näherrücken der für Menschen ungefährlichen, für Haus- und Wildschweine aber tödlichen Afrikanischen Schweinepest waren die rechtlichen Voraussetzungen für die Schwarzwildbejagung erleichtert worden. Demnach sind Schneisen im Mais, Schalldämpfer, Fangjagd und künstliches Licht erlaubt. Zudem übernimmt der Staat befristet für zwei Jahre die Gebühren für die Untersuchung erlegter Tiere auf Trichinen.

„Die Jägerschaft leistet mit der Hege und der tierschutzgerechten Jagd einen wichtigen Beitrag zu Natur- und Artenschutz“, betonte Umweltstaatssekretär Frank Pfeil. Zugleich werde gesundes heimisches Wildbret zum Verzehr erzeugt. Er bat die 11.582 registrierten Jäger im Land um weiteres Engagement, um regional überhöhte Wildbestände zu reduzieren.

In der vergangenen Saison erlegten sie mit 86.000 Stück Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild die höchste jemals im Freistaat registrierte Schalenwildstrecke, wie der Ministeriumssprecher sagte. Dabei gingen die Zahlen bei Rot- sowie Rehwild um elf sowie fast zwei Prozent zurück. Auch beim Waschbär stellten die Jäger einen neuen Rekord auf und erwischten reichlich ein Drittel mehr als in der Vorsaison. Dresden und Leipzig erwiesen sich dabei den Angaben nach als „Hotspots“ der nachtaktiven Allesfresser.

Laut Statistik wurden weniger Wildhasen und -kaninchen, Füchse und Hermeline sowie Fasane, Wildgänse, -enten, Möwen, Elstern und Krähen erlegt, dafür aber mehr Dachse und Tauben. Zudem weist die Bilanz 18 tote Wölfe auf – fast fünf Mal so viele wie vor fünf Jahren. 17 von ihnen wurden überfahren oder verendeten selbst. „Ein Problemwolf wurde mit Genehmigung entnommen“, sagte der Ministeriumssprecher. Das auffällige Tier soll Hunde in Dörfern getötet und sich auch mehrfach Grundstücken genähert haben.

dpa