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Mitteldeutschland Immer weniger Apotheken in Sachsen
Region Mitteldeutschland Immer weniger Apotheken in Sachsen
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10:08 09.02.2019
Die Zahl der Apotheken in Sachsen geht zurück. (Symbolbild) Quelle: Ole Spata/dpa
Dresden

Die Salbe zum Einreiben oder die dringend benötigten Tabletten: Meist haben Menschen in Sachsen noch immer eine Apotheke in der Nähe. Dennoch geht die Zahl immer weiter zurück. „Das wird sich auf niedrigem Niveau auch in den nächsten Jahren fortsetzen“, prophezeit der Geschäftsführer der Landesapothekenkammer, Frank Bendas, in Dresden bei einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Danach gab es in Sachsen Ende Dezember 977 öffentliche Apotheken. Im Laufe des Jahres waren 12 neu eröffnet und 16 geschlossen worden.

Der Statistik zufolge entfielen 2017 in Sachsen 24 öffentliche Apotheken auf 100.000 Einwohner. Das habe genau dem Bundesdurchschnitt entsprochen, heißt es. Mit mehr als 26 Apotheken je 100.000 Einwohner sei die Versorgung im Raum Zwickau besonders gut gewesen.

Wachsender Wettbewerb

Bendas führt den jetzigen Rückgang unter anderem auf den schärfer gewordenen Wettbewerb vor allem in den größeren Städten zurück. In den ländlichen Regionen wiederum suchten manche Apotheken-Inhaber, die in den Ruhestand gehen wollten, vergeblich nach einem Nachfolger.

Das Gesundheitsministerium sieht die flächendeckende Versorgung mit Apotheken als gesichert. Die Apothekenschließungen der vergangenen Jahre hätten vor allem in den größeren Städten stattgefunden. Eine Unterversorgung sei nicht sichtbar und werde auch nicht erwartet. „Die Versorgung mit Apotheken ist gut“, sagt Ministerin Barbara Klepsch (CDU).

Steigende Kosten

Laut Deutschem Apothekerverbandes sind die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent gestiegen. Das sei jedoch nicht mit einem Gewinnplus gleichzusetzen, macht der Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbandes, Thomas Dittrich geltend. So seien die Betriebs- und Personalkosten weiter gestiegen.

Zudem hätten die Unternehmen in die Arzneimittelsicherheit investiert. Der Grund: Diesen Samstag tritt die europäische Fälschungsschutzrichtlinie in Kraft. Dann müssen rezeptpflichtige Mittel auf der Verpackung mit einen Barcode versehen sein, mit dem sich per Scan die Echtheit des Medikaments in der Apotheke prüfen lässt.

Online-Apotheken im Kommen

Dittrich glaubt, dass sich die meisten Apotheken in Sachsen halten werden, schon weil im Land überdurchschnittlich viele ältere Menschen lebten, die mit Arzneimitteln versorgt werden müssten. Allerdings: „Sollte sich die wirtschaftliche Situation der Apotheken wegen des ungleichen Wettbewerbs mit dem ausländischen Versandhandel verschlechtern, wird das Versorgungsnetz leiden“, sagt er.

Bei den frei verkäuflichen Arzneimitteln habe der Versandhandel schon jetzt einen nicht unerheblichen Marktanteil, was zu Umsatzverlusten geführt habe. Es werde beobachtet, dass Patienten zwar gern die Beratung in den Apotheken in Anspruch nähmen, das Medikament dann aber wegen der gewährten Boni und Rabatte beim günstigeren ausländischen Versandhändler bestellten.

Ausbildung an der Uni Leipzig

Zudem sieht der Apothekerverband Nachwuchsprobleme. „Jungen Approbierten erscheint die Übernahme einer Hauptapotheke oft als ein wirtschaftlich zu hohes Risiko“, sagt Dittrich. Zudem seien die von der pharmazeutischen Industrie oder den öffentlichen Einrichtungen gezahlten Gehälter noch etwas lukrativer.

Laut der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit sind in den sächsischen Apotheken rund 1500 Apotheker oder Pharmazeuten sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind achtzig mehr als vor einem Jahr. Es sei ein kontinuierlicher Anstieg zu erkennen, heißt es. Auffällig sei der relativ hohe Teilzeitanteil von fast 44 Prozent. Gut 86 Prozent der Apotheker seien Frauen. Apotheker im zweiten bis fünften Berufsjahr erhalten ein Gehalt von rund 3500 Euro. Die Universität in Leipzig verlassen jährlich etwa 30 neu ausgebildete Pharmazeuten.

Von Ralf Hübner, dpa

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