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Mitteldeutschland Immer mehr Menschen pendeln zur Arbeit nach Sachsen
Region Mitteldeutschland Immer mehr Menschen pendeln zur Arbeit nach Sachsen
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11:57 06.02.2019
Dieses Schild steht bei Poppenhausen (Bayern) an einer Autobahnanschlussstelle. Noch immer ist an jedem Freitagabend die Autobahn von Chemnitz in Richtung Dresden auf drei Spuren voll. Dann kehren Pendler heim, die in Bayern arbeiten und das Wochenende in der Heimat verbringen wollen. Quelle: David Ebener/dpa
Leipzig

Sachsen wird als Arbeitsort immer beliebter. Im vergangenen Jahr pendelten 126 900 Beschäftigte in den Freistaat – das ist ein neuer Rekord. Die Zahl bedeutet ein Plus von 5,8 Prozent innerhalb eines Jahres und eine Zunahme von 50 000 Pendlern in den vergangenen 20 Jahren. Fast jeder 13. Beschäftigte in Sachsen ist heute ein Einpendler aus einem anderen Bundesland oder dem Ausland.

Zugleich ist auch die Zahl der Auspendler mit 139 600 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Damit pendeln zwar immer noch mehr Sachsen zum Arbeiten in andere Bundesländer, als Menschen von außerhalb im Freistaat einem Job nachgehen, sagt Klaus-Peter Hansen, Chef der Landesarbeitsagentur.

Auffällig sei allerdings, dass die Schere immer weiter zusammengeht. Während es im Vorjahr bei den Auspendlern ein Plus von 768 gab, stieg die Zahl der Einpendler binnen eines Jahres deutlich um 6914.

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Wer zur Arbeit weite Wege in Kauf nimmt, hat dafür gute Gründe: Verdienst, Karrierechancen, Arbeitsbedingungen, Weiterbildungsmöglichkeiten. „Letztendlich entscheidet jeder selbst, zu welchen Bedingungen er arbeitet und welche Kompromisse er dafür eingeht“, sagt Hansen. Rechnerisch lohne sich pendeln allein wegen des Mehrverdienstes in westdeutschen Ländern unterm Strich nicht immer.

„Etwa 860 Euro verdient man im Schnitt im Monat mehr, wenn man als Sachse in Westdeutschland arbeitet“, so der Landesarbeitsagenturchef. Gegenrechnen müsse man aber die Kosten des Pendelns. Sprich: doppelte Haushaltsführung, Fahrkosten, verlorene Zeit für Kinder und Familie.

Die meisten sächsischen Auspendler arbeiten in Bayern (26 925), Sachsen-Anhalt (24 412) und Thüringen (16 924). Es folgen Brandenburg (16 139), Nordrhein-Westfalen (12 436) und Baden-Württemberg (10 948).

Die meisten, die von außerhalb zum Arbeiten nach Sachsen fahren, kommen aus den benachbarten Bundesländern Sachsen-Anhalt (35 230) und Thüringen (21 743). Danach folgt schon das Ausland (19 621) – insbesondere pendeln viele Polen und Tschechen nach Sachsen, um hier einer Beschäftigung nachzugehen. Aus Bayern kommen 3752 Männer und Frauen.

Dass es immer noch mehr Aus- als Einpendler gebe, tue im weh, sagt Hansen: „Denn sächsische Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften.“ Deshalb müsse es gelingen, Fachkräfte zum Hierbleiben zu bewegen.

Attraktive Arbeitsplätze seien das wichtigste Kriterium, um mehr Menschen nach Sachsen zu holen, sagt Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). „Gute Löhne – am besten nach Tarif – sind dabei ein entscheidendes Kriterium, da haben wir noch immer in Sachsen einen großen Aufholbedarf.“

Dulig plädiert für einen Kulturwandel hin zu einem sozialpartnerschaftlichen Verständnis von Wirtschaft und Arbeit. „Arbeitnehmer sind keine Bittsteller, sondern wichtige Säulen des wirtschaftlichen Erfolges in unserem Land. Wer sich nicht um seine Kolleginnen und Kollegen bemüht, muss sich nicht wundern, dass sie sich bessere Alternativen suchen.“

Von Andreas Dunte

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