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Mitteldeutschland Hausärzteverband distanziert sich von IG Med
Region Mitteldeutschland Hausärzteverband distanziert sich von IG Med
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18:05 26.03.2019
Ein Hausarzt misst in seiner Praxis einer Patientin den Blutdruck. Quelle: Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Leipzig

Der Sächsische Hausärzteverband (SHÄV) hat sich gestern von einem offenen Brief der Interessengemeinschaft (IG) Medizin an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) distanziert. Darin hatten niedergelassene Ärzte „in tiefer Sorge um die Behandlung sächsischer Patienten“ und „weil wir um die Existenz unserer Praxen fürchten müssen“ die hausärztliche Unterversorgung in Sachsen, die Reform des Bereitschaftsdienstes und die Modalitäten des Abrechnungssystems kritisiert. Unterschrieben war das Papier von den Initiatoren der IG Med im Bund, die Initiative dazu ging jedoch vom sächsischen Landesverband aus.

Der offene Brief stamme nicht aus den Federn des Hausärzteverbandes, sondern der IG Med, „die sich ohne Absprache mit den sächsischen Hausärzten zu einem Angriff auf die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) entschlossen“ habe, kritisierte der stellvertretende Landeschef Klaus Lorenzen, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Dresden-Langebrück. Auch wenn der SHÄV heute und auch in der Vergangenheit längst nicht alle Aktivitäten der KVS für hausarztfreundlich oder besonders nachahmenswert halte, sei doch „die Intention der IG Med als selbst ernannte Interessengemeinschaft sächsischer Ärztinnen und Ärzte“ mehr gewollt als gekonnt.

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„Bevor die sächsischen Hausärzte den Aufstand proben, werden sie sich sicher mit ihrem Hausärzteverband zusammentun, um von der Politik oder den Institutionen auch ernst genommen zu werden“, so Lorenzen weiter. Er erinnerte daran, dass der Verband seit Jahren mahne, dem hausärztlichen Nachwuchs in den Arztpraxen „einen Einstieg in bestehende Strukturen oder die Neugründung einer Praxis nicht schwerer zu machen, als unbedingt notwendig“. Dazu befände man sich in regelmäßigem Austausch mit dem Sächsischen Sozialministerium, der Kammer und der KVS.

Der SHÄV vertritt als eingetragener Verein mehr als 1300 hausärztlich tätige Mitglieder. Er ist einer von 17 Landesverbänden im Deutschen Hausärzteverband.

Von Roland Herold