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Mitteldeutschland Hass-Post für Ramelow-Team
Region Mitteldeutschland Hass-Post für Ramelow-Team
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11:08 22.10.2019
Der Tweet von Bodo Ramelow. Quelle: Roland Herold
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Leipzig

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat kurz vor den Landtagswahlen am Sonntag beim Kurznachrichtendienst Twitter eine anonyme Drohung gegen sein Wahlkampfteam öffentlich gemacht. Darin behaupten die Verfasser mit Bezug auf die Flüchtlinge in Deutschland: „Diese Tiere wollen unser Land nehmen um es der islamischen Welt hinzuzufügen.“ Weiter heißt es, sie „vergewaltigen und morden sich durch unsere Kinder“.

„Für euch die Kugel!“

Der Erfurter Staatsregierung wird vorgeworfen, dabei Komplize zu sein. Die Nachricht schließt mit den Worten: „Ramelow, Sie nützlicher Idiot! Sie dummes, dreckiges Verräterschwein! FÜR EUCH DIE KUGEL!“ Ramelow selbst kommentierte die Hass-Nachricht mit den Worten „Wir lassen uns nicht einschüchtern!“

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In den vergangenen Tagen hatte nach CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring und Bundesgrünen-Chef Robert Habeck auch der grüne Spitzenkandidat Thüringens Dirk Adams eine Morddrohung gegen ihn bekannt gemacht. „Wir bekommen häufiger Hassschreiben und gehen damit nicht regelmäßig an die Presse“, sagte Sebastian Arnold, Sprecher der Grünen im thüringischen Landtag. Allerdings ähnle die an Adams gerichtete E-Mail in Inhalt und Wortlaut so sehr der Drohung gegen Mohring, dass ein identischer Absender wahrscheinlich sei.

LKA ermittelt

In beiden Fällen ermittelt das LKA Thüringen „in alle Richtungen“. Die Polizei in Thüringen nehme alle Fälle ernst, hieß es in einer Antwort an die LVZ. Schutzmaßnahmen für Politiker würden den aktuellen Gefährdungsbewertungen angepasst. Weitere Informationen gab das LKA aus „polizeitaktischen Gründen“ nicht heraus.

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Mohring hatte die Droh-Mail am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter geteilt. Darin hieß es, Mohring habe eine Frist von 24 Stunden, um sich vom Wahlkampf zu distanzieren – ansonsten drohe ihm ein ähnliches Schicksal wie Henriette Reker. Die Kölner Oberbürgermeisterin (parteilos) war im Oktober 2015 von einem Rechtsextremisten mit einem Messer in den Hals gestochen worden. Die Verfasser des Schreibens bezeichneten sich als „Staatsstreichorchester“ und unterzeichneten mit „Sieg Heil und Heil Hitler“.

Von Roland Herold und Hanna Gerwig

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