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Mitteldeutschland Grünes Gewölbe in Dresden: Das sind die wertvollsten Exponate
Region Mitteldeutschland Grünes Gewölbe in Dresden: Das sind die wertvollsten Exponate
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12:33 25.11.2019
Eines der Highlights der Ausstellung: Der fast komplett verspiegelt Pretiosensaal ist der größte Raum im Grünen Gewölbe in Dresden. Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Hans Christian Krass
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Dresden

Als Kriminelle am Montagmorgen ins Grüne Gewölbe einbrachen, war das wertvollste Stück nicht da: Der „Grüne Diamant“ aus der Dresdner Schatzkammer wird ab dieser Woche in New York ausgestellt. Am Montagnachmittag deutscher Zeit eröffnet im Metropolitan Museum of Art die Ausstellung „Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe“ – nur wenige Stunden nachdem der spektakuläre Raub in der sächsischen Landeshauptstadt weltweit für Schlagzeilen sorgt.

17 Stücke reisten von Dresden nach New York

Im berühmten „Dresdner Grünen“ ist der größte grüne Diamant der Welt verarbeitet. Der Stein verdankt seine einzigartige Färbung der natürlichen Radioaktivität, der er im Inneren der Erde ausgesetzt war. August III. (1696-1763), der Sohn von August des Starken, kaufte den kostbaren Diamanten 1742 für damals 400.000 Taler. Heute dürfte der in einer Hut-Agraffe verarbeitete Stein ein Vielfaches in Euro wert sein, gilt aber im Grunde als unverkäuflich.

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Um die besondere Leihgabe zu feiern, wurde das Empire State Building in Manhattan in der vergangenen Woche grün angestrahlt. Insgesamt hat das Grüne Gewölbe 17 Exponate nach New York geschickt, darunter auch den „Weißen Adler Orden“ aus der Saphirgarnitur und die Sonnenmaske von Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger. Die Ausstellung in New York läuft bis zum 1. März 2020.

Exponate im Milliardenwert

Auch ohne den Grünen Diamanten, der normalerweise im Neuen Grünen Gewölbe zu sehen ist, sind im Dresdner Residenzschloss Schätze im Milliardenwert versammelt. Alleine das Historische Grüne Gewölbe im Erdgeschoss des Residenzschlosses zählt rund 3000 Exponate zu seiner Sammlung, darunter Schmuckstücke, Skulpturen, Geschirr und andere Meisterwerke aus Gold, Silber, Edelsteinen oder Elfenbein.

Sachsens Ex-Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU, vorn) und Alexander Prinz von Sachsen bei einem Besuch des Historischen Grünen Gewölbes im Jahr 2009. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa

Das 1723 bis 1729 eingerichtete und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 2006 wiedereröffnete Gebäude gilt als eine der reichsten Schatzkammern und eines der ältesten Museen Europas. Der Zutritt ist stündlich limitiert. Besucher müssen eine Klima- und Staubschleuse durchqueren, die das Vorgewölbe von den zehn nachfolgenden Räumen trennt. Seinen Namen verdankt das barocke Schatzkammermuseum der sächsischen Kurfürsten und Könige den malachitgrünen Abfärbungen einzelner Bauteile – sie gehören selbst zu den Schätzen des Museums. Hier eine Auswahl der wertvollsten Exponate:

Mohr mit Smaragdstufe

Im Juwelenzimmer findet sich eines der bekanntesten Werke von Hofjuwelier Dinglinger (1664-1731). Er schuf neben dem „Goldenen Kaffeezeug“ sowie dem „Bad der Diana“ – beide sind ebenfalls im Grünen Gewölbe zu sehen. auch den „Mohr mit Smaragdstufe“. Dieser stellt, anders als der Name vermuten lässt, keinen Afrikaner sondern einen Indianer dar. Er hält auf einem Tablett eine kolumbianische Smaragdstufe – eine Erdplatte, in der Smaragde stecken. Die knapp 64 Zentimeter hohe und 3,7 Kilo schwere Mohr-Statue aus Birnbaumholz ist zudem mit Rubinen, Saphiren, Topasen, Granaten sowie Almandinen besetzt. August der Starke ließ sie 1724 anfertigen, um 16 aus Kolumbien stammende Edelsteine zu präsentieren, die seinem Vorgänger Kurfürst August im 16. Jahrhundert geschenkt wurden.

Der „Mohr mit Smaragdstufe“ (Archivbild). Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Trinkschale Iwan des Schrecklichen

Sie ist mehr als ein Kilo schwer und besteht aus purem Gold: Die Trinkschale, die der russische Zar Iwan IV. Wassiljewitsch anfertigen ließ, um 1563 die Kapitulation der Handelsstadt Polozk an der Düna im Krieg gegen Polen-Litauen zu feiern, begrüßt die Besucher bereits im Vorraum des Grünen Gewölbes. Die Schale ist in der Tradition der altrussischen Schöpfkellen geformt – Koffsch genannt – und stellt ein Denkmal der Eroberung dar. Wie sie in die Hände der sächsischen Kurfürsten gelangte, hat sich bis heute nicht klären lassen.

Obeliscus Augustalis

Ein weiteres Meisterwerk des Hofgoldschmieds Dinglinger ist der „Obeliscus Augustalis“ von 1721. Seine Anfertigung soll in etwa so teuer gewesen sein wie der Bau eines barocken Schlosses. Das 2,28 Meter große Herrschermonument trägt ein ovales Abbild August des Starken und steht im reich verzierten Juwelenzimmer, umgeben von Spiegeln.

Das Juwelenzimmer mit dem Obeliscus Augustalis (rechts im Bild). Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Juwelen-Garnituren

Der „Sächsische Weiße“, ein knapp 50 Karat schwerer Diamant, ist neben dem „Dresdner Grünen“ das Highlight der Sammlung im Grünen Gewölbe, die als größter Juwelenschatz Europas gilt. August der Starke erwarb den weißen Diamanten 1728 von einem Hamburger Juwelier. Neben Diamanten gehören auch Saphire, Karneolen, Rubine sowie Perlen zu den Edelstein-Garnituren – darunter auch ein weltweit einmaliger Saphir von 648 Karat, ein Geschenk von Zar Peter dem Großen.

Das wertvollste Stück aus der Sammlung des Grünen Gewölbes ist derzeit in New York: Der "Große Grüne Diamant" von König August III. Quelle: Oliver Killig/dpa

Prachtvolle Räume

In die Wiederherstellung des Grünen Gewölbes in ihrer barocken Fassung – vom Bernsteinzimmer über den Pretiosensaal bis zum Juwelenzimmer – investierte Sachsen 45 Millionen Euro. In einem modernen Teil der Schatzkammer, dem Neuen Grünen Gewölbe, sind zudem mehr als 1000 Objekte zu sehen. Dank modernster Vitrinentechnik können die Prachtstücke der Sammlung hier im Detail studiert werden.

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Von Robert Nößler/dpa

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