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Mitteldeutschland Große Sorge im Zoo Leipzig: Elefantenkind in kritischem Zustand
Region Mitteldeutschland Große Sorge im Zoo Leipzig: Elefantenkind in kritischem Zustand
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11:02 26.09.2019
Elefantenbulle Ben Long badet im Leipziger Zoo. Quelle: dpa
Leipzig

Die Veterinäre des Leipziger Zoos kämpfen gemeinsam mit der Uni-Kinderklinik um Elefantenkind Bên Lòng. Auch das Zentrallabor der Universität Leipzig ist eingeschaltet. Seit Anfang der Woche bereitet der Gesundheitszustand des acht Monate alten Babybullen große Sorgen, teilt der Zoo mit. „Das Jungtier trinkt nicht genug, wirkt matt und weist besorgniserregende Blutwerte auf, die auf ein Problem bei der Leberfunktion schließen lassen.“

Besorgniserregende Laborwerte

 Da der kleine Bulle ohne Muttermilch aufwächst und mit Ersatzmilch gefüttert werden muss, werden seine Laborwerte kontinuierlich überwacht. Dabei wurden vor einigen Tagen die Veränderungen festgestellt und sofort Maßnahmen ergriffen.

Auf der Basis der Erfahrungen aus der Kindermedizin, anhand der Laborwerte und der wenigen Erfahrungswerte wurde umgehend die Ersatzmilch angepasst und um einige Bestandteile ergänzt. „Gemeinsam haben wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die zwischenzeitlich zu einer Stabilisierung geführt hatten. In den vergangenen Tagen haben sich das Allgemeinbefinden und die Werte jedoch erneut verschlechtert, so dass die Therapie neuerlich angepasst wurde“, erklärt Zootierarzt Andreas Bernhard.

Hoffen auf Besserung

„Jetzt müssen wir hoffen, dass die verbleibenden medizinischen Maßnahmen anschlagen und sich der kritische Zustand von Bên Lòng bessert“, schätzt Zoodirektor Jörg Junhold die Situation ein. Der Name des Kleinen bedeutet so viel wie „Durchhalten trotz Widrigkeiten“.

Junhold würdigt das hohe Engagement von allen Medizinern und beteiligten Zoo-Mitarbeitern: „Hier wird seit Monaten hoch engagiert gearbeitet und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, die schwierige Aufzucht von Bên Lòng zu meistern.“

Ersatzfamilie leistet ganze Arbeit

Das Jungtier musste schon nach wenigen Wochen vollständig von seiner Mutter Hoa getrennt werden. In den vergangenen Monaten hatten die „Tanten“ Don Chung und Rani sich an Stelle seiner Mutter um ihn gekümmert. Von den Pflegern wird der Kleine mit Ersatzmilch versorgt. Zunächst entwickelte er sich gut.

Seit August gehört auch der 17- jährige Elefantenbulle Voi Nam zu der kleinen Herde. „Don Chung hat bislang als Ersatzmutter ganze Arbeit geleistet und die Herde mit Blick auf die anstehende Geburt bei Rani im nächsten Jahr enorm viel gelernt“, so der Zoochef.

Von Kerstin Decker

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