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Mitteldeutschland Impfkommission: Immer mehr Menschen wollen sich impfen lassen
Region Mitteldeutschland Impfkommission: Immer mehr Menschen wollen sich impfen lassen
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09:08 21.11.2018
Impfung gegen Grippe (Symbolbild) Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Chemnitz

In Sachsen hat die Grippesaison begonnen. Bei leichtem Anstieg bewegt sich die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen nach der jüngsten Einschätzung der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) in Chemnitz auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau. Prognosen für den Winter 2018/2019 wagt niemand. Der aktuelle Bericht für die zweite Novemberwoche weist landesweit 30 Fälle seit Anfang Oktober aus, darunter ein Säugling, acht Kinder und Jugendliche sowie 21 Erwachsene zwischen 26 und 80 Jahren. Alle waren nicht geimpft, sechs Kranke mussten in die Klinik.

Sieben Monate nach einer der schwersten Grippewellen seit Jahren sind die Bürger wieder zur Schutzimpfung aufgerufen. „Eine Erkrankung mit Influenza kann Jeden treffen und ist mit einer alltäglichen Erkältung überhaupt nicht zu vergleichen“, mahnt Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) zur Vorsorge. Der Aufruf gilt vor allem Ärzten, Schwestern und Pflegern in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Erziehern in Kitas und Schulen sowie Lehrern, aber auch über 60-Jährigen, chronisch Kranken und Schwangeren.

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Nicht jeder Arzt hat Impfstoff parat

Allerdings sind die Impfstoffe nicht überall gleich verfügbar. Dem Ministerium wurde von regionalen Unterschiede berichtet, wie ein Sprecher sagt. „Einige Ärzte haben keinen, andere wiederum haben Impfstoff“, sagt auch eine Sprecherin des Landesapothekerverbandes. Eine Umfrage zur Bestandsaufnahme laufe gerade. Nach ihrer Kenntnis können einige Großhändler bundesweit nicht mehr liefern.

Dabei erkrankten auch 2017/2018 laut Statistik vor allem Ungeimpfte. Die Impfmüdigkeit trägt zur Ausbreitung der Virusgrippe bei, sagt der Vorsitzende der Sächsischen Impfkommission, Dietmar Beier. Lag die Impfquote nach Ministeriumsangaben 2009/2010 bei knapp 42 Prozent, ließen sich 2017/2018 nicht mal mehr eine Million Menschen im Land impfen (26,5 Prozent). Einen Grund für den Rückgang sieht Beier darin, dass Influenza mit einem grippalem Infekt verwechselt wird.

Relativ früher Ansturm auf Praxen

Auch Verunsicherung durch das Internet und die Debatte um Drei- oder Vierfachimpfstoff in der vergangenen Saison tragen dazu bei, sagt Beier. Der relativ frühe Ansturm auf Praxen aktuell könnte indes Zeichen des Umdenkens sein. „Es wollen sich mehr Menschen impfen lassen als in der Vergangenheit.“ Ganz wichtig sei das vor allem auch für medizinisches und pädagogisches Personal, „denn es geht ja auch im die zu Betreuenden“. Seit 2010 ist es generell für alle ab dem 6. Lebensmonat empfohlen.

Schon der Winter 2016/2017 mit 83 Toten und 16 700 Erkrankten war ein starkes Grippejahr, das 2017/2018 noch getoppt wurde: 176 Tote und 47 765 gemeldete Erkrankte, zu fast einem Drittel 45- bis 65-Jährige. In der Saison 2015/2016 waren nur knapp 11 000 Influenza-Fälle und 15 Tote registriert worden, 2014/2015 fast 12 600 Erkrankungen - und davor mit 375 Fällen nur ein Bruchteil der üblichen Infektionen.

Von RND/LVZonline/dpa