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Mitteldeutschland Grippe breitet sich weiter aus: 13 Tote in Sachsen
Region Mitteldeutschland Grippe breitet sich weiter aus: 13 Tote in Sachsen
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18:12 21.02.2020
Eine Frau liegt im Bett und putzt sich die Nase. In Mitteldeutschland ist die Zahl der Grippeerkrankungen erneut gestiegen.. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
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Leipzig

Die Grippe macht Sachsen weiter zu schaffen. Die Zahl der neuen Fälle stieg innerhalb einer Woche um 2536 auf insgesamt 10236 an. 2971 Neuerkrankungen wurden in der Woche davor gemeldet. Seit Beginn der Saison sind 13 Todesfälle im Freistaat zu beklagen, wie das Ministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Dresden mitteilt.

Von den infizierten Patienten mussten rund zehn Prozent im Krankenhaus behandelt werden. Überwiegend stecken sich Menschen an, die nicht gegen Influenza geschützt sind, heißt es aus dem Ministerium.

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In Dresden und Leipzig die meisten Erkrankungen

Bei den bisher Verstorbenen in Sachsen handelt sich um elf Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 20 und 85 Jahren. Alle litten an Vorerkrankungen. Bis auf einen Fall waren die Betroffenen nicht geimpft.

Aus Kindereinrichtungen und Schulen in unterschiedlichen Regionen wurden Krankheitshäufungen gemeldet, die vor allem durch Influenza A, vereinzelt auch durch Influenza B verursacht waren. Die meisten Grippeerkrankten hat Leipzig mit 1704, gefolgt von Dresden (1492) und dem Erzgebirgskreis (1277).

In Thüringen hat sich die Zahl der nachgewiesenen Grippe-Todesfälle in diesem Winter auf drei erhöht. Zugleich ging die Zahl der Neuerkrankungen in der zweiten Februarwoche zurück, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Nach zwei 45 und 86 Jahre alten Männern starb eine 20 Jahre alte Frau aus Südthüringen an der Virusgrippe. 778 Neuerkrankungen wurden in dieser Meldewoche registriert, in der Vorwoche waren es mehr als 1000. Seit Beginn der Grippesaison im Herbst erkrankten 3236 Thüringer, von denen jeder zehnte im Krankenhaus behandelt werden musste.

Bundesweit 130 Patienten an Grippe gestorben

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin spricht für Deutschland von erhöhter Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen. Bundesweit sind seit Beginn der Grippesaison insgesamt 79.263 (Vorwoche: 58 065) labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt worden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da nicht alle Fälle gemeldet werden. 13.286 Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden. Es wurden bisher 234 Ausbrüche mit mehr als fünf Fällen übermittelt, darunter 43 Ausbrüche in Krankenhäusern.

Die Grippewelle 2017/18 war laut RKI die schlimmste seit 30 Jahren. Das Institut schätzt, dass rund 25 000 Menschen bundesweit an der Influenza starben. Die Grippewelle 2018/2019 verlief dagegen vergleichsweise moderat, teilt das Institut mit.

Von Andreas Dunte