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Mitteldeutschland Grippe-Saison in Sachsen: Wann sollte ich mich impfen lassen?
Region Mitteldeutschland Grippe-Saison in Sachsen: Wann sollte ich mich impfen lassen?
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21:09 13.10.2019
Eine schwere Grippe kann über Wochen ans Bett fesseln. Quelle: Maurizio/dpa Gambarini
Leipzig

Nach dem Engpass in der vergangenen Grippesaison steht in diesem Jahr auch in Sachsen allen Patienten der wirksame Vierfach-Impfstoff zur Verfügung. Als Reaktion auf die stockende Versorgung des Vorjahres dürfen Kassenärzte jetzt zum ersten Mal alle fünf Impfstoffe abrechnen, die sich auf dem Markt befinden. Das Wirtschaftlichkeitsgebot gelte jedoch weiterhin, erklärte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen.

Bis zum Oktober wurden 17 Millionen Impfdosen herausgegeben

Zudem werden die Mittel aller Voraussicht nach in ausreichender Menge vorliegen. So hat das Paul-Ehrlich-Institut, das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, schon Anfang Oktober 17 Millionen Dosen Impfstoff herausgegeben – und damit 1,3 Millionen mehr, als in der gesamten Grippesaison des Vorjahres. In der vergangenen Saison war der Vierfach-Wirkstoff knapp geworden, weil mehr nachgefragt wurde als bestellt. Viele Kassenpatientenhatten so nur den Dreifach-Wirkstoff bekommen können.

In dieser Saison kommt erstmals ausschließlich Impfstoff zum Einsatz, der vor den vier Haupttypen des Influenza-Virus gleichzeitig schützen soll.

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2019 ist die Lage bislang nicht besorgniserregend

Dieses Jahr ist die Lage noch nicht besorgniserregend. Zwar nehmen bundesweit seit Mitte September die Atemwegserkrankungen zu, die Zahl im Labor bestätigter Influenzafälle bewegt sich laut Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) jedoch im normalen Bereich. So wurde in Deutschland bisher bei 30 Menschen die Grippe diagnostiziert, darunter eine 30-Jährige aus Sachsen.

Körper braucht nach der Impfung zwei Wochen zum Aufbau des Schutzes

„Jetzt ist die beste Zeit, sich gegen die Viren immunisieren zu lassen“, rät Simone Hartmann, die Leiterin der Techniker-Krankenkasse (TK) in Sachsen. Auch andere Kassen und das sächsische Sozialministerium rufen die Bevölkerung deshalb zur Impfung auf.

Etwa zwei Wochen braucht der Körper, um sich nach der Injektion ausreichend vor einer Ansteckung schützen zu können. Wer sich im Oktober impfen lässt, hat also genug Zeit, bis um den Jahreswechsel herum die sogenannte Grippewelle beginnt – also der Zeitraum, in dem in Deutschland die meisten Krankheitsfälle auftreten.

Grippesaison 2017/18 war die Schlimmste seit 30 Jahren

In der Saison 2017/18 hatte die außergewöhnlich starke Grippewelle laut RKI 25 000 Menschen das Leben gekostet – es war die schlimmste Saison seit 30 Jahren. In der jüngsten Influenzasaison wurden im Freistaat von der 40. Kalenderwoche 2018 bis zur 17. Woche 2019 insgesamt 22 640 Grippe-Erkrankungen erfasst – darunter 69 Todesfälle. Damit war die Fallzahl zwar nur halb so hoch wie in der Saison davor – sie erreichte laut dem Sozialministerium dennoch die zweithöchste jemals in Sachsen gemeldete Zahl an Influenza-Erkrankungen.

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Knapp 30 Prozent der Sachsen lassen sich impfen

TK-Leiterin Hartmann beklagt, dass die Viren trotzdem in ihrer Gefährlichkeit unterschätzt würden. So hätten sich laut sächsischer Impfdatenbank 2018 im Freistaat nur 28,5 Prozent der Menschen impfen lassen. Und das, obwohl in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK 85 Prozent der Befragten angaben, sich gut mit dem Thema auszukennen.

93 Prozent erklärten zudem, sich zu den Impfbefürwortern zu zählen. „Die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln ist absolut nicht nachvollziehbar“, sagt Hartmann. „Die Zahlen widerspiegeln aus meiner Sicht eine deutliche Impfmüdigkeit, was die Herdenimmunität schwächt“.

Opfer sind oft Menschen mit schlechtem Immunsystem

Laut der Ständigen Impfkommission ist der Schutz vor allem für Menschen ab 60, Schwangere ab dem zweiten Trimester, chronisch Kranke und medizinisches Pflegepersonal wichtig. Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) ruft besonders die letzte Gruppe ausdrücklich dazu auf, sich impfen zu lassen: „Eigenschutz ist Patientenschutz,“ sagt sie. „Nur durch ausreichend geimpftes Personal, was in der Grippezeit eben nicht erkrankt, kann auch das Gesundheitswesen funktionieren.“

Die Sächsische Impfkommission empfiehlt die Impfung sogar schon ab dem siebten Lebensmonat. Daran orientieren sich auch einige Krankenkassen in Sachsen. Die IKK-classic, die TK sowie die KKH übernehmen im Freistaat die Kosten ab dem vollendeten sechsten Monat.

Vierfachimpfstoff soll breiten Schutz gewährleisten

2019 ist für die Injektionen ausschließlich Impfstoff vorgesehen, der vor den vier Haupttypen des Influenza-Virus gleichzeitig schützen soll. „Das ist deshalb sinnvoll, weil der Vierfachimpfstoff breiten Schutz vor der Influenza bietet“, sagt Marieke Degen vom RKI.

Da sich die zirkulierenden Subtypen jedoch ständig verändern würden, verspreche auch der Piks mit der Nadel keine hundertprozentige Sicherheit. „Die Grippeimpfung ist nicht perfekt, aber sie ist der beste Schutz, den wir haben“, sagt Degen. Zudem verlaufe eine Infektion bei Geimpften meist weniger schwer.

Eine Prognose zum Verlauf der kommenden Saison möchte sie noch nicht abgeben: „Man kann niemals vorhersagen, wie sich eine Grippewelle entwickeln wird“.

Von Hanna Gerwig

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