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Mitteldeutschland „Goldene Henne“ – Jubel bei großer TV-Gala für Leipziger Helden von ’89
Region Mitteldeutschland „Goldene Henne“ – Jubel bei großer TV-Gala für Leipziger Helden von ’89
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23:42 20.09.2019
Große Ehrung für die Mutigen von ’89: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) übergibt bei der Leipziger Gala mit Kai Pflaume (3. v. l.) die „Goldene Henne“ an Katrin Hattenhauer, Gesine Oltmanns, Uwe Schwabe und Christian Dietrich (v. l.). Quelle: André Böhmer
Leipzig

Und die „Goldene Henne“ für Politik geht an – Katrin Hattenhauer (50), Gesine Oltmanns (54), Uwe Schwabe (57) und Christian Dietrich (54). Als die Namen der Leipziger Bürgerrechtler(innen) in der TV-Show am Freitagabend auf der Neuen Leipziger Messe verkündet werden und alle auf die Bühne kommen, gibt es Jubel und stehende Ovationen der 5000 Zuschauer. Den Ehrenpreis der großen TV-Gala von „Super-Illu“, MDR, RBB und NDR gibt es für den Mut der Vier, den sie am 4. September 1989 vor der Leipziger Nikolaikirche im Widerstand gegen das SED-Regime aufbrachten.

„Für ein offnes Land mit freien Menschen“ – Oltmanns und Hattenhauer zeigten vor 30 Jahren unerschrocken ihr Transparent. Schwabe und Dietrich forderten mutig „Reise-, Meinungs- und Pressefreiheit“. Weil gerade Leipziger Messe war und viele West-Reporter in der Stadt weilten, trauten sich die DDR-Sicherheitskräfte nicht, die vier und weitere Bürgerrechtlern vor der Kirche zu verhaften. Die Bilder des gewaltlosen Aufbegehrens gingen um die Welt, die Aktion vor der Nikolaikirche brachte die Friedliche Revolution richtig ins Rollen. Und Leipzig schrieb im Herbst ’89 Weltgeschichte.

Michael Kretschmer (l.), Ministerpräsident von Sachsen, überreicht die „Goldene Henne“ in der Kategorie „Politik“ an die Bürgerrechtlerinnen Kathrin Hattenhauer und Gesine Oltmanns (r.). Quelle: dpa

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) hob in seiner Laudatio den Mut der Preisträger hervor. „Ihre Opferbereitschaft und die der vielen anderen mutigen Menschen haben das Wunder des Herbstes ’89 möglich gemacht“, sagte er. Und verwies dabei auch auf andere Hauptakteure von 1989, die nicht mit auf der Leipziger Show-Bühne standen. Im bewegten Herbst ’89 hätten viele mutige Menschen Räume für die Friedliche Revolution eröffnet.

Mit Blick auf die Gegenwart und die oft kritischen Stimmen in der Politik und Gesellschaft machte Kretschmer klar, dass der Mut von 1989 auch heute noch gelte. „Lassen Sie uns die Zukunft in Sachsen gestalten.“ Und die Losung von damals gelte im übrigen auch noch heute. „Für ein offnes Land mit freien Menschen, darum geht es damals wie heute“, sagte der Regierungschef und bekam dafür viel Beifall.

Den Bürgerrechtlern Kathrin Hattenhauer (l-r), Gesine Oltmanns, Uwe Schwabe und Christian Dietrich wurde durch mit Moderator Kai Pflaume (2.v.l.) die goldene Henne für Politik verliehen. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

Katrin Hattenhauer und Gesine Oltmanns bedankten sich unter viel Applaus im Namen des Quartetts für die große Ehrung, die sie „stellvertretend für die vielen Opfer der SED-Diktatur“ annahmen. Die Revolution gehöre allen, sagten sie. „Wir widmen diesen Preis auch all denen, die sich weltweit für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde einsetzen, auch den Menschen in Hongkong und den Klimaaktivisten.“

Und weil die Friedliche Revolution keiner Gruppe, Partei oder Organisation gehöre, wollen sie den Preis symbolisch weitergeben: an Gedenkstätten oder Orte der Erinnerung an das SED-Unrecht – als Impuls zum Handeln der nachfolgenden Generationen.

Von André Böhmer

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