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Mitteldeutschland Glückskurve der Ostdeutschen geht steil nach oben
Region Mitteldeutschland Glückskurve der Ostdeutschen geht steil nach oben
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13:03 03.01.2019
Blick in die Fußgängerzone der Leipziger Innenstadt. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
Leipzig

Es stimmt nicht, dass die Deutschen ein Volk von Miesepetern und Unzufriedenen sind. Im Gegenteil: Fast jeder Zweite blickt heute voller Zufriedenheit auf das zu Ende gehende Jahr zurück. Im Osten geht beim Rückblick auf 2018 sogar noch mehr Befragten das Herz auf als im Westen. Überhaupt ist die persönliche Glückskurve der Ostdeutschen in den vergangenen drei Jahren steil nach oben gegangen: von 37 Prozent, für die 2016 ein gutes bis sehr gutes Jahr war, über 43 Prozent 2017 bis zu 47 Prozent, für die es 2018 super lief. Im Westen ist der Aufwärtstrend gemäßigter. Sowohl 2017 als 2018 fühlten sich jeweils 45 Prozent der Befragten persönlich rundum zufrieden. 2016 waren es 40 Prozent.

Das ergab eine repräsentative Umfrage der Leipziger Volkszeitung zum Jahreswechsel. Schon zum 20. Mal, seit 1999, wurden in dieser Studie die Ostdeutschen gefragt, wie das vergangene Jahr für sie persönlich war. Seit 2004 läuft die Befragung bundesweit. „Über viele Jahre hinweg haben wir dabei gesehen, dass der Rückblick auf das vergangene Jahr im Osten schlechter ausfiel als im Westen. Im Laufe der Zeit haben sich die Meinungen aber mehr und mehr angeglichen“, sagt dazu der Leipziger Meinungsforscher Andreas Czaplicki, der die Studie seit Jahren im LVZ-Auftrag betreut.

Für 41 Prozent der Deutschen war 2018 weder besser noch schlechter als 2017. Damit sind weit über 80 Prozent der Menschen trotz Flüchtlingsdebatte, Parteienverdruss und Brexit sehr oder zumindest weitgehend zufrieden mit ihrem Leben. Nur für zwölf Prozent waren die letzten zwölf Monate richtig schlecht, sei es durch Krankheit, Trennung oder Jobverlust. Zwischen Männern und Frauen gibt es beim Blick auf 2018 kaum Unterschiede, aber zwischen den Altersgruppen. So lief es für jeden Zweiten zwischen 18 und 29 Jahren super, aber nur für jeden Dritten ab 65. Andererseits sagen mit 17 Prozent mehr junge Leute, dass sie 2018 als richtig schlecht empfinden, aber nur 13 Prozent derer ab 65. Interessant ist, dass die jungen Leute im Osten zufriedener sind als ihre Altersgefährten im Westen. Auch in diesem Jahr setzt sich der Trend fort, dass die Zufriedenheit mit dem Bildungsgrad steigt.

Die Erwartungen an das neue Jahr sind allerdings deutlich gedämpfter als vor Jahresfrist. Der Optimismus der Deutschen ist gesunken: Rechneten 2017 noch 41 Prozent aller Befragten damit, dass 2018 alles besser wird, so blicken jetzt nur noch 36 Prozent mit großen Erwartungen auf 2019. Dieser Trend geht jedoch nur auf die gesunkene Zuversicht im Westen zurück. Die Ostdeutschen geben die Hoffnung nicht auf. Genau wie im Vorjahr setzen 38 Prozent darauf, dass es im neuen Jahr besser wird.

Mehr als jeder Zweite in Ost wie West erwartet keine gravierenden Veränderungen im neuen Jahr (53 Prozent). Nur wenigen wird richtig bange beim Blick in die nahe Zukunft (8 Prozent).

Junge Leute sind generell optimistischer. Jeder Zweite geht mit großer Zuversicht ins neue Jahr. Mit dem Alter schwindet der Optimismus.

Interessant ist der Blick auf die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Ost und West. Während im Westen jeweils gut ein Drittel beider Geschlechter die Zukunft rosarot sieht, reißen die ostdeutschen Frauen mit ihrem überbordenenden Optimismus alles raus. Fast jede Zweite ist überzeugt, dass das neue Jahr nur besser werden kann, von den Männern im Osten teilt nur gut jeder Vierte diese Zuversicht.

Im Auftrag der Leipziger Volkszeitung befragten Uniqma und die Leipziger IM Field GmbH im Dezember 803 repräsentativ ausgewählte Erwachsene aus dem gesamten Bundesgebiet.„Es gibt eine ganz wichtige Quelle des Glücks, und das sind andere Menschen“, sagt der Leipziger Psychologieprofessor Hannes Zacher im Interview mit der LVZ. Er nennt weitere Glücksfaktoren und gibt Tipps für die guten Vorsätze zum neuen Jahr.

Von Anita Kecke

Es gibt eine Anleitung zum Glücklichsein, verrät der Leipziger Glücksforscher Hannes Zacher (39). Im LVZ-Interview erzählt er über ein aktives Leben, soziale Kontakte und wie Vorsätze fürs neue Jahr Sinn machen.

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