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Mitteldeutschland Gemkow will OBM werden: „Leipzig ist bereit für jüngere Generation“
Region Mitteldeutschland Gemkow will OBM werden: „Leipzig ist bereit für jüngere Generation“
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15:50 25.09.2019
Nun ist es offiziell: Sebastian Gemkow will für die CDU bei der OBM-Wahl in Leipzig antreten. Quelle: André Kempner
Leipzig

Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (41) will im kommenden Jahr als Oberbürgermeister-Kandidat für die CDU antreten. Das erklärte er am Mittwochmorgen. Er hatte gegenüber der LVZ bereits im vergangenen Jahr geäußert, dass eine Kandidatur denkbar sei, sich die endgültige Entscheidung aber noch vorbehalten. Vor wenigen Tagen hatte die Parteiführung deutlich gemacht, dass Gemkow ihr Favorit ist. „Wir wünschen uns, dass Sebastian Gemkow antritt“, erklärte Kreisverbandschef Robert Clemen. Sein Wunsch wird nun erfüllt. „Leipzig ist eine wunderbare, weltoffene Stadt“, betonte Gemkow, „sie ist bereit für eine jüngere Generation. Als Leipziger ist es mein großer Herzenswunsch, Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen.“ Er wolle die Kommune in den nächsten Jahren neuer Energie und vor allem junger Leidenschaft führen. „Dabei stelle ich mir ein wirtschaftlich noch stärkeres, noch innovativeres Leipzig vor, indem neue Ideen Vorrang haben“, betonte der Landespolitiker. So brauche die Stadt vor allem ein neues Wohn- sowie Mobilitätskonzept, müsse sich familienfreundlicher aufstellen.

Gemkow verwies auf eine erfreuliche Entwicklung, jetzt stehe man aber vor einer Zeitenwende. „Wir entscheiden jetzt, wie Leipzig in den nächsten Jahrzehnten aussehen wird und wie wir zusammenleben.“ Sein großes Ziel sei es, Stadt und Umland stärker zu verknüpfen. Da liege für ihn das größte Entwicklungspotenzial für die gesamte Region, um mehr Lebensqualität für alle zu erreichen. „Im Wahlkampf für den Landtag ist mir bewusst geworden, dass es Probleme im ländlichen Raum gibt, die sich in einer besseren Zusammenarbeit mit der Stadt lösen lassen.“ Ein Beispiel dafür sei der Nahverkehr. „Als Oberbürgermeister Leipzigs kann man für die gesamte Region mehr leisten.“ Wichtig sei ihm ebenso eine Reduzierung der Gefahren im Straßenverkehr für alle – da sei ein Ausgleich zwischen allen Verkehrsarten zwingend notwendig. „Gerade für die Schwächsten im Verkehr“, betont der leidenschaftliche Radfahrer, der übrigens seinen Bart behalten will. Notwendig sei auch, Rathausmitarbeitern den Rücken zu stärken und ihnen die Angst zu nehmen, falsche Entscheidungen zu treffen.

Der Leipziger ist Sohn des ehemaligen Ordnungsbürgermeisters Hans-Eberhard Gemkow. Jetzt will er selbst OBM werden. Ein Rückblick in Bildern.

Schon Gemkows Vater war eine zentrale Figur im Rathaus

Sebastian Gemkow ist seit 2009 Mitglied des sächsischen Landtags; 2014 wurde er Chef in Sachsens Justizressort und war damals mit 36 Jahren Deutschlands jüngster Minister. Bei den zurückliegenden Landtagswahlen am 1. September gewann er für die CDU im Wahlkreis Nordsachsen 2 das Direktmandat. Gemkow stammt aus Leipzig und ist hier aufgewachsen. Schon sein Vater gehörte der CDU an, nahm seine Kinder mit zu den Friedensgebeten in Anger-Crottendorf und dann zu den Montagsdemos, welche die Friedliche Revolution von 1989 auslösten. Hans-Eberhard Gemkow arbeitete nach der Wende als Dezernent für Recht, Ordnung und Sicherheit im Leipziger Rathaus; er starb bereits im Alter von 39 Jahren an Krebs. Sebastian Gemkow ist verheiratet und hat drei Kinder. Seinen Job als Justizminister will Gemkow vorerst weiterhin ausüben. „Wenn die Wahl zum Oberbürgermeister Leipzigs erfolgreich wird, wäre das aber eine Entscheidung für die Stadt Leipzig.“ Ob er vorher als Justizminister in eine neue Landesregierung eintritt, ließ er offen. „Jetzt reden wir erst einmal über die Inhalte, es geht um das Land Sachsen“, sagt er. Personalien stünden derzeit noch nicht zur Debatte.

Langsam sortiert sich das Bewerberfeld

Der studierte Jurist, der zeitweise auch als Anwalt tätig war, galt nicht nur parteiintern schon länger als eine der wenigen CDU-Größen, die Burkhard Jung (61, SPD) gefährlich werden könnten. Der Amtsinhaber will bei den OBM-Wahlen am 2. Februar 2020 für eine dritte Amtszeit antreten, Bündnis 90/Die Grünen haben am Wochenende Katharina Krefft (41) nominiert. Die AfD will bei einem Parteitag am 12. Oktober ihren Bewerber wählen. Wer das ist, verrät Fraktionsgeschäftsführer Christian Kriegel derzeit nicht. Klar ist auch, dass die Linken einen Kandidaten ins Rennen schicken. Der Parteivorstand will sich am 8. Oktober festlegen, hatte der Parteivorsitzende Adam Bednarsky gegenüber der LVZ angekündigt. Auch Piratin Ute-Elisabeth Gabelmann hatte angekündigt sich um eine Kandidatur zu bewerben. Sie hofft, dass sie das Votum ihrer Partei für eine Nominierung bekommen wird. Die Wahlvorschläge müssen bis spätestens 28. November eingereicht werden.

Holger Mann, SPD-Landtagsabgeordneter und Chef der Stadt-SPD, nahm in einer Stellungnahme Bezug auf den Umstand, dass Gemkow nicht erneut in einem Leipziger Wahlkreis, sondern im nordsächsischen Wahlkreis 2 zur Landtagswahl angetreten war. „Dass die CDU mit einem Kandidaten antreten will, der sich nicht traute, sein Landtagsmandat in der Stadt zu verteidigen, lässt tief blicken“, so Mann. Gemkow trete „ein gerade erst in Nordsachsen erteiltes Mandat mit Füßen“.

Von Mathias Orbeck/Björn Meine

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