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Mitteldeutschland Geisterfahrer wendet noch auf Beschleunigungsstreifen – Angehörige ratlos
Region Mitteldeutschland Geisterfahrer wendet noch auf Beschleunigungsstreifen – Angehörige ratlos
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10:50 13.03.2018
Der Geisterfahrer hat noch auf dem Beschleunigungsstreifen gewendet und befuhr die Autobahn 14 in falscher Richtung.  Quelle: dpa
Leipzig

 Nach dem von einem Geisterfahrer am Sonnabend verursachten Unfall mit zwei Todesopfern hat die Polizei neue Details über den Hergang herausgefunden. „Der 85-Jährige hat noch auf dem Beschleunigungsstreifen an der Auffahrt Leipzig Nordost gewendet“, sagte Polizeisprecherin Katharina Geyer. Anschließend sei der Rentner falsch herum auf der Überholspur in Richtung Dresden gefahren.

„Er kann nur wenige Minuten unterwegs gewesen sein“, so die Sprecherin. Eine erste Zeugin habe um 18.45 Uhr per Telefon den Geisterfahrer gemeldet und auch gesehen wie er wendete. Die Mitteilung über den Unfall sei fünf Minuten später eingegangen.

Der Mann hatte mit seinem Nissan einen BMW gerammt und verstarb noch am Unfallort. Der 76 Jahre alte Fahrer und seine 73-jährige Begleiterin wurden in dem völlig demolierten Wrack eingeklemmt. „Sie konnten erst nach einer guten Stunde aus dem Fahrzeug befreit werden“, berichtete Geyer. Vor Ort waren 25 Helfer von Feuerwehr und Notdienst mit zehn Fahrzeugen.

Die beiden Verletzten seien in eine Klinik eingeliefert worden. Für den Mann kam allerdings jede Hilfe zu spät, er verstarb wenig später im Krankenhaus. Die Frau befinde sich noch immer in stationärer Behandlung, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

In die Unfallstelle krachten noch zwei weitere Autos: ein Volvo mit einem 52 Jahre alten Fahrer, einer 34-jährigen Frau und einem 16 Jahre alten Insassen und ein VW mit einem 51 Jahre alten Fahrer. Die Frau musste ebenfalls mit Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Was wollte der Rentner in Taucha?

Die Polizei rätselte auch am Montag, warum der Rentner in Höhe Taucha auf der A 14 wendete. Für einen anfangs angenommenen Unfall mit einer Leitplanke spreche nichts mehr. „Das konnte die Zeugin ausschließen“, so Geyer. Auch für einen Suizid lägen keine Hinweise vor. Der Mann habe weder einen Abschiedsbrief hinterlassen, noch hätten die Angehörigen etwas von einem Todeswunsch bemerkt.

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Einiges spreche für einen Augenblick der Verwirrtheit. „Den Angehörigen ist unklar, was der Mann überhaupt an der Stelle wollte“, berichtet die Sprecherin. Er stamme aus einem Ort im Burgenlandkreis und habe keine Kontakte nach Taucha oder Leipzig besessen. Personen, die den Mann vor seiner letzten Fahrt gesehen oder sich mit ihm getroffen haben, bittet die Polizei, sich unter der Rufnummer (0341) 96 64 66 66 oder in der Dimitroffstraße 1 in Leipzig zu melden.

Die beiden Leichen werden jetzt in der Gerichtsmedizin obduziert. Alle beteiligten Fahrzeuge seien zudem sichergestellt worden und sollen nun auf technische Mängel überprüft werden. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden von 37.000 Euro. Die Autobahn war an der Unfallstelle bis 23.15 Uhr gesperrt.

Von Matthias Roth

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